Schutzengel des Präsidenten:

White House Down

Deutschlands Hollywood-Export Roland Emmerich besinnt sich wieder auf seine Kernkompetenzen: „White House Down“ bietet actionreiche Unterhaltung in beeindruckenden Bildern, immer unterlegt mit einem schwäbischen Augenzwinkern.

Channing Tatum und Jamie Foxx in White House Down.
Sony Pictures Entertainment Channing Tatum und Jamie Foxx in White House Down.

Teenager können sich mit Leib und Seele für die merkwürdigsten Dinge begeistern. Emily (Joey King), die Tochter des Polizisten John Cale (Channing Tatum), steht total auf alles, was mit dem Staat, dem Präsidenten und dessen Amtssitz zusammenhängt. Der von ihr entfremdete Vater möchte Emilys Zuneigung zurückgewinnen, indem er das Mädchen zu einem Bewerbungsgespräch ins Weiße Haus mitnimmt. Das Geständnis, dass er den Job als Personenschützer des Präsidenten nicht bekommen hat, hebt sich John für später auf. Aber womöglich wird diese Gelegenheit nie mehr kommen. Während sich die Cales der Touristentour anschließen, übernimmt eine schwer bewaffnete und computermäßig fitte paramilitärische Einheit die Geschicke im Haus. Die Beschützer des Präsidenten James Sawyer (Jamie Foxx) werden niedergemäht. Nun ist es an dem verschmähten John Cale, den ersten Mann im Staate in Sicherheit zu bringen…            

Es hat Roland Emmerich sicher nicht gefallen, dass nur wenige Wochen vor dem Start seines neuen Filmes Gerard Butler in dem Action-Spektakel „Olympus Has Fallen“ im amerikanischen Regierungssitz auf Terroristenfang ging. Im Wettstreit der White-House-Besetzer geht Emmerich zwar nicht als Sieger an der Kinokasse hervor, dafür hat er den besseren Film gemacht. Emmerich ist dafür bekannt, für vergleichsweise wenig Geld maximale Schauwerte zu erzielen. Aus Kostengründen verzichtete er deshalb in der Vergangenheit fast immer auf ganz große Stars vor der Kamera. „White House Down“ ist mit Channing Tatum, Jamie Foxx und den Altmeistern James Woods und Richard Jenkins erstaunlich hochkarätig besetzt. Der heimliche Star des Filmes aber ist heute gerade einmal 14 Jahre alt. Schauspielerin Joey King, die man zuletzt in „Conjuring – Die Heimsuchung“ erleben durfte, stiehlt als Tochter des Helden ihren Kollegen die Show und den Zuschauern das Herz.

Wie so oft verwebt der Filmemacher gekonnt das Familiäre und das Weltbewegende miteinander, um seine Zuschauer emotional zu binden. Intelligent und realistisch ist der Ansatz der Geschichte: Die Bedrohung lauert bei Emmerich nicht in irgendeinem fernen Schurkenstaat, ihr Nährboden ist hausgemacht. Natürlich sind die Actionsequenzen einmal mehr überlebensgroß und auch ein gerüttelt Maß an Pathos ist mit am Start. Überraschende Wendungen in der Erzählung und eine wohldosierte Prise Humor lassen trotzdem niemals Langeweile aufkommen.

Wen das Weiße Haus als alleiniger Schauplatz zu sehr einengt, weil er gern die ganze Welt in Gefahr sieht, muss sich noch ein wenig gedulden. Demnächst wird Roland Emmerich in einer „Independence Day“-Fortsetzung wieder den ganzen Globus ins Visier nehmen.

Wertung:
Anspruch: 1
Spannung: 4
Action: 4
Humor: 2
Erotik: 0

 

Verleih: Sony Pictures  
Bundesstart: 05. September 2013
Genre: Action / Thriller

Mehr Infos unter: www.whitehousedown.de