Nordkurier-Sinfoniker:

Wie der kleine Peter den Wolf fängt

Sergei Prokofjew schuf sein berühmtes Werk genau vor 80 Jahren. Trotzdem ist das Stück längst noch nicht in die Jahre gekommen, wie die Aufführung in der Neubrandenburger Konzertkirche zeigte.

Hannah, die den Wolf spielte, überzeugte wie alle Tänzerinnen des Neubrandenburger Sportclubs, die vor allem bei den Kleinsten ankamen.
Nicole Weihmann Hannah, die den Wolf spielte, überzeugte wie alle Tänzerinnen des Neubrandenburger Sportclubs, die vor allem bei den Kleinsten ankamen.

Noch ein Knirps, dann wäre Grit Arndt quasi mit den sieben Zwergen gekommen. So waren es "nur" sechs kleine Mädchen und Jungen im Alter von zwei und drei Jahren, die mit ihrer Tagesmutti aus Neubrandenburg am Donnerstag das Familienkonzert "Peter und der Wolf" mit den Nordkurier-Sinfonikern erlebten. Es ist schwer, sechs so kleine Rangen mehr als eine Stunde ruhig zu halten. Aber Grit Arndt hat es geschafft. Und das Lieblingstier der Knirpse? Der Wolf, waren sich die Kleinen einig.

Viele der Interpreten waren gute "alte" Bekannte, die bereits 2015 bei der Premiere dabei waren. Zuallererst das Junge Sinfonieorchester Berlin, das für die beiden Konzerte in Neubrandenburg – am Abend werden noch die "Tänze aus aller Welt" interpretiert – unter dem Namen Nordkurier-Sinfoniker firmiert.

Das Publikum gab die Stimmen des Waldes

Chefdirigent Andreas Schulz hat viele junge Musiker aus der Hauptstadt um sich geschart, denen die Spielfreude anzusehen ist. Die zweite "Stammkraft": Juri Tetzlaff, den viele Kinder aus dem KiKa-Baumhaus kennen, das vor dem allabendlichen Sandmann läuft. Moderations-Profi Tetzlaff brauchte auch nicht lange, um den gut gefüllten Saal mit mehr als 800 Besuchern in Stimmung zu versetzen.

Die Mädchen und Jungen, Mütter und Väter, Großmütter und Großväter übten sich unter Tetzlaffs Anleitung in den Stimmen des Waldes: Das Parkett übernahm das Rascheln und Knacken im Unterholz, der Rang intonierte die Vogelstimmen und die Orgelempore legte sich mächtig beim Wolfsgeheul ins Zeug. Da kam durchaus so etwas wie finstere Waldesstimmung auf in der Konzertkirche.

Es ist aber auch Tetzlaff zu verdanken, dass der Nachmittag noch kurzweiliger verlief, als es das Musikstück ohnehin schon im Original garantiert. Der KiKa-Moderator hat den Text aufgepeppt, ins Heute geholt. Plötzlich hat die Katze, der es nicht gelingt, das Vögelchen zu fangen, einen riesigen Appetit auf Döner mit Knoblauchsauce. Und der Wolf, der nach dem Verschlingen des Entchens immer noch einen Riesenappetit hat, versucht, die Katze und das Vögelchen mit einem Witz vom Baum zu locken. Vergeblich natürlich.

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