Neu im Kino:

Wie die „Angry Birds“ wütend wurden

Fast jeder Smartphone-Besitzer kennt „Angry Birds“. Außerdem gibt es sie auf allerlei Fanartikeln - millionenfach. Doch das Geschäft kam zuletzt ins Trudeln. Nun soll der erste Kinofilm den wütenden Vögeln zu einem erneuten Höhenflug verhelfen.

Die Figuren Bombe, Red und Chuck sind in dem Animationsfilm wichtige Rollen.
Sony Pictures Releasing GmbH/Rovio Animation Ltd/Rovio Entertainment Ltd. Angry Birds Die Figuren Bombe, Red und Chuck sind in dem Animationsfilm wichtige Rollen.

„Angry Birds - Der Film“ heißt das Animationswerk schlicht, und am Ende lässt sich ein Teil zwei schon erahnen. Doch zunächst zum ersten Film, der in 2D und 3D in die Kinos kommt: In friedlicher Eintracht leben die freundlichen bunten Vögel auf Bird Island ein sorgenfreies Leben. Nur so mancher mag nicht so recht in diese Idylle passen. Schließlich gibt es gewisse schräge Vögel, an deren Verhalten man noch merkt, dass Vögel von den Dinosauriern abstammen.

Da ist Red, die rote Gallionsfigur der „Angry Birds“-Reihe und mittlerweile UN-Botschafter für Nachhaltigkeit. Red (gesprochen von Christoph Maria Herbst) fährt einfach schnell aus der Haut und lässt das die anderen auch spüren. Außerdem gibt es Chuck (Axel Stein), der hyperaktive gelbe Wirbelwind sowie schwarze Bombe (Axel Prahl), ein gemütlich-runder Kerl, der aber manchmal einfach explodiert. Die drei Vögel lernen sich - wo sonst - in der Wut-Therapie kennen, um ihre Probleme loszuwerden. Ein Glück für die gesamte Vogelgemeinde, was diese aber noch gar nicht ahnt.

Schweine wollen Vogeleier fressen

Denn schon bald landet ein eigenartiges Schiff mit eigenartigen Wesen an der Küste ihrer Insel - die Schweine. Und die haben es nur auf eines abgesehen: Die Eier der Vögel, denn daraus kann man wunderbare Omeletts zaubern. Doch da haben sie die Rechnung ohne die Wut-Patienten gemacht.

Columbia Pictures und Rovio Entertainment haben ein actionreiches, durchaus witziges Animationsabenteuer geschaffen. Die Gewalt ist so verpackt, dass kleinere Kinder ohne Bedenken zuschauen können. Es gibt einige gelungene Gags, über die auch Erwachsene lachen.

Dem Film fehlt Tiefe

Allerdings ist „Angry Birds“ auch ein Film, den sich Erwachsene wohl meist nur ihrer Kinder wegen anschauen und der kaum nachwirken dürfte. Ihm fehlt die Tiefe, die aus einem Cartoon mehr macht als nur ein Trickfilmabenteuer. Mit einer solchen zweiten Ebene überzeugten zuletzt Animationsfilme wie „Zoomania“ über Tiere mit allzu menschlichen Problemen oder „Alles steht Kopf“ über das Innenleben einer vorpubertären Zwölfjährigen.

Doch wer mit Kindern in den Film geht, macht sicherlich wenig falsch, auch wenn man hinterher das Gequengel nach (teuren) Merchandising-Artikeln ertragen muss. Aber dafür lernt man, warum Red immer so wütend ist (schwierige Kindheit und so) und warum die Vögel ein Katapult brauchen, um sich auf die Schweine zu stürzen - sie können nämlich gar nicht fliegen.

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