Achtung, bewaffnete Banditen:

Wilder Westen aus dem Karton

Deutsche lieben Spiele – ob am Brett oder mit Karten. Beim Wettbewerb um das „Spiel des Jahres“ mischen immer mehr Entwickler aus aller Welt mit. Beim Sieger dieses Jahres wird scharf geschossen.

Christophe Raimbault hat „Colt-Express“ erfunden.
Wolfgang Kumm Christophe Raimbault hat „Colt-Express“ erfunden.

Schießen, schlagen, Gewalt als bestimmendes Spielelement – was bei vielen Computerspielen dazu gehört, ist auch bei klassischen Brettspielen für die Familie nicht mehr tabu. Die verrückte Westernparodie „Colt-Express“ (Verlag Ludonaute) gewann die begehrte Auszeichnung „Spiel des Jahres“ 2015. Per Aktionskarten wird hier geballert und die Konkurrenten buchstäblich aus dem (Spiel-)Feld geschlagen, was das Zeug hält. Mit dem actionreichen Spiel überzeugte der Franzose Christophe Raimbault die Jury und setzte sich gegen Hunderte Mitbewerber durch.

Gespielt wird auf einem plastischen Zug

Erfinder Raimbault hat sich für seinen „Colt-Express“ auch vom Spielmaterial her etwas Neues einfallen lassen. Gespielt wird auf einem dreidimensionalen Zug und nicht auf einem flachen Brett. Nicht irgendein Kult-Western stand Pate für seine Spielidee, sondern der von ihm geliebte Comic „Lucky Luke“, verrät der Franzose. In der Westernparodie schlüpfen die Spieler in die Rolle von Banditen, die Reisende ausrauben und sich dann noch als „Ober-Bandit“ qualifizieren, indem sie den anderen ihre Beute abjagen.

Das Spiel des Jahres wurde bereits zum 37. Mal gekürt.