Tiere beim Triumphmarsch:

Wirbel um Elefanten auf der Theaterbühne

Riesentheater vor Schwerins Schlossfest-spielen: Eine Elefantenkuh soll zum Triumphmarsch der Verdi-Oper „Aida“ auf die Open-Air-Bühne. Dagegen gibt es jetzt allerlei Proteste.

Mala (vorne) ist eine afrikanische Elefantenkuh, 32 Jahre alt und ans Showbusiness gewöhnt. Sie soll beim Verdi-Open-Air den berühmten Triumphmarsch anführen.
Jens Büttner Mala (vorne) ist eine afrikanische Elefantenkuh, 32 Jahre alt und ans Showbusiness gewöhnt. Sie soll beim Verdi-Open-Air den berühmten Triumphmarsch anführen.

„Rangu!“ Sonni Frankello schwenkt die Arme und fordert Mala auf, ihren Rüssel zu heben. Das Tier reagiert sofort: Auf „lift“ hebt es einen Fuß, „down“ bedeutet hinlegen. Trainiert wird auf dem Elefantenhof im mecklenburgischen Platschow. Eigentlich müsse die 32-jährige Elefantendame ihre Statisten-Rolle bei den Schweriner Schlossfestspielen nicht proben. Die in der Zirkusfamilie aufgewachsene Elefantendame sei ein geübter Film- und Fernsehstar, sagt der Besitzer.

Bei der Open-Air-Aufführung von Guiseppe Verdis Oper „Aida“ soll der Elefant aus Platschow den berühmten Triumphmarsch anführen. Gegner des Elefanten-Theaters sind aber nicht nur Tierschutzaktivisten der Organisation PETA, sondern auch Schweriner Stadtvertreter: Die Fraktion der Unabhängigen Bürger (UB) brachte im Januar einen Antrag durchs Stadtparlament, Zirkusauftritte von Wildtieren verbietet

"Der Stress kommt von den Menschen"

Andere deutsche Städte hätten ähnliche Regelungen, erklärt UB-Vertreter Manfred Strauss. „Einen derartigen Werbegag braucht die Oper nicht“, ist der erklärte Theaterfreund überzeugt. „Kein Elefant macht freiwillig Kunststücke, das ist aufgezwungen, Stress fürs Tier und nicht artgerecht“, sagt Strauss.

Frankello kontert: „Der Stress kommt von den Menschen, er ist eigentlich die Gefahr. Elefanten sind intelligent und neugierig, sie brauchen geistreiche Aufgaben, Abwechslung und Aufmerksamkeit – warum nicht mal auf einer Bühne?“ Sorgen um das sensible Gehör des Steppentiers habe er nicht: Bei zu viel Wind, lauter Musik oder grellen Tönen mache der Dickhäuter einfach die Schließmuskeln an den Ohren zu.

 

Sonni Frankello führt am 22.06.2016 auf dem Elefantenhof in Platschow (Mecklenburg-Vorpommern) die 32-jährige afrikanische Elefantenkuh Mala und einige ihrer Artgenossen zum täglichen Training. Mala übt für den Auftritt in der AIDA-Oper bei den Schlossfestspielen in Schwerin. Gegen den Auftritt des Elefanten spricht sich die Fraktion Unabhängiger Bürger im Schweriner Stadtparlament aus und hatte im Januar einen Antrag eingebracht, der Zirkusauftritte von Wildtieren in der Landeshauptstadt verbietet. Foto: Jens Büttner/dpa (zu dpa-Korr "Ein Elefant auf der Theaterbühne - Streit um Dickhäuter bei "Aida"-Aufführung" vom 27.06.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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