Geschichten aus Glücklitz:

Wladimir Kaminer begeistert über 200 Zuhörer

Die Fans kommen mit großen Erwartungen zur Lesung in den Neubrandenburger Güterbahnhof. Sie werden nicht enttäuscht.

Wladimir Kaminer bringt im Neubrandenburger Güterbahnhof mehr als 200 Menschen zum Lachen und Schmunzeln.             
Christine Fratzke Wladimir Kaminer bringt im Neubrandenburger Güterbahnhof mehr als 200 Menschen zum Lachen und Schmunzeln.  

Wladimir Kaminer braucht nicht lange, um seine Fans zum Lachen zu bringen. Eigentlich braucht er nur auf die Bühne zu kommen, verschmitzt zu lächeln und ins Publikum zu schauen. Aber er ist natürlich auch nicht lange still bei seiner Lesung an diesem Donnerstagabend im Neubrandenburger Güterbahnhof. Der wohl bekannteste Russe Deutschlands will seine Geschichten aus seinem neuesten Buch "Diesseits von Eden" vorstellen, kommt aber ins Erzählen - über die Eigenheiten der Russen, Literaturmessen in Brasilien, bei denen er mit seiner Russendisco die deutsche Kultur vertritt, aber auch über die Eigenheiten der Amerikaner. Vielleicht sollte ihn US-Präsident Barack Obama einmal konsultieren, um zu verstehen, warum die Amerikaner gegen ein gesetzliches Gesundheitssystem für jedermann sind.

Er hat die Lacher auf seiner Seite

Ganz einfach, erklärt Kaminer: Es gebe viele Menschen, die jahrelang in solch eine Krankenkasse einzahlen und niemals krank werden. "Sie sterben dann kerngesund." Dagegen habe der Nachbar - wie viele Amerikaner - keine Zähne. Er lasse sich ein neues, natürlich teures Gebiss einsetzen. Das Geld kommt von der Krankenkasse, letztlich also vom kerngesunden Nachbarn. "Ist doch klar, warum die Amerikaner gegen gesetzliche Krankenkassen sind", behauptet Kaminer trocken und hat die Lacher auf seiner Seite.

Er komme auf jeden Fall wieder nach Neubrandenburg, versprach Kaminer. Dann sicher mit seinem nächsten Buch, das von der Pubertät seiner Kinder handele.

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