Interview mit Lisa Feller:

Woher nimmt eine Kabarettistin ihre Ideen?

Schonungslos offen spricht Lisa Feller (39) in ihrem neuen Programm „Guter Sex ist teuer“ über ein Thema, das die Republik bewegt. Gerlinde Bauszus hat nachgefragt.

Stephan Pick Lisa Feller hat einen Plan – und zwar einen Plan B.

Sie wollen beweisen, dass es für eine Frau genug Alternativen zwischen Vamp und Heimchen gibt. Frau Feller, wo sind diese Alternativen?

Ohne schon zu viel zu verraten, frau muss weder mit 37 die hormonelle Frührente beantragen noch den Libidokeller abschließen. Zwischen verruchtem Vamp und biederem Heimchen am Herd gibt es eine schöne und ganz normale Spaß-Palette. Keine Frau muss das Gefühl haben, wenn ich mich beim Sex nicht auspeitschen lasse oder ohne Kabelbinder losziehe, habe ich ein echtes Problem.

„Guter Sex ist teuer“, sagen Sie. Wie teuer ist er denn wirklich?

Tja, das läppert sich so zusammen: Mit dem unverzichtbaren Babysitter geht’s schon mal los, gefolgt von aufwendigen Beauty-Anwendungen, exzessiven Klamotten-Shopping-Touren, diversen Wochenendtrips in Clubs oder kostspieligem Cham-
pagner auf Partys. Irgendwann klickert es: Guter Sex kann echt teuer sein.

Ihr Leben ist nach Ihrer Ansicht Plan B. Was wäre für Sie Plan A gewesen?

Vielleicht, wenn man mit seinem Partner und der Familie die glückliche Margarine-Werbung auslebt. Tja, und wenn’s dann nicht geklappt hat, tritt halt Plan B – den sich das Leben eh meist schnappt – in Kraft. Da kann man so viele Pläne A haben, wie man will.

Wie lebt es sich mit Plan B?

Beim Improvisationstheater habe ich gelernt, dass mit jeder Vorgabe eines Mitspielers Szenen entstehen können. Im Alltag ist das nicht anders: Durch Vorgaben, die das Leben macht, kann der nächste Schritt großartig werden. Vorausgesetzt, man tritt selbst als Akteur auf und greift ein ins Spiel des Lebens. Schließlich ist jeder auch der Regisseur seines eigenen Daseins. Ich jedenfalls will nicht warten, bis jemand kommt und mir das Glück in die Hände legt. Da krempel ich doch lieber selbst beide Ärmel hoch und buddel los. So wird man immer wieder überrascht.

Als berufstätige Mutter liefert die Familie sicher die meisten Vorlagen für Ihre Show. Aus welchem Fundus schöpfen Sie noch?

Ich laufe mit offenen Augen durch die Welt. Unterhalten sich beispielsweise zwei Leute im Bus und ich finde das Gespräch witzig, erzähle ich später meiner Freundin davon. Wenn sie herzhaft darüber lachen kann, probiere ich es auf der Bühne aus. Übrigens, nach „Der Teufel trägt Pampers“ dachte ich, so eine Show kann ich nie wieder machen. Alles Witzige ist erzählt. Aber Irrtum, ich habe schnell gemerkt, da geht mehr. Das Leben liefert eben die besten Steilvorlagen.

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