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X-Men: Apocalypse - viel Action, wenig Spannung

In seinem vierten „X-Men“ lässt Regisseur Bryan Singer seine Superhelden in den 80er Jahren die Welt retten – mit dem üblichen Personal. Spannend ist das nur selten.

Micheal Fassbender spielt im X-Men-Film wieder den Magneto.
Twentieth Century Fox Micheal Fassbender spielt im X-Men-Film wieder den Magneto.

Kein Monat vergeht, so scheint es, ohne dass ein jeweils anderer Superheld die Welt auf der Kinoleinwand retten muss. Erst war es in diesem Jahr das ungewöhnliche Duo Superman und Batman, wenig später trat Captain America erneut in Erscheinung, dann kam Deadpool zwar als Satire, aber immerhin als Marvel-Figur. Nun sind es also wieder die X-Men, die auf den Plan treten, um die Franchising-Maschinerie anzukurbeln. „X-Men: Apocalypse“ heißt das knapp zweieinhalbstündige Epos, in dem erneut Bryan Singer Regie führte.

Der mächtigste, älteste und ehrwürdige Supermutant Apocalypse (Oscar Isaac) ist nach tausenden von Jahren erwacht und mag gar nicht, was er dort auf der Erde sieht. Also will er eine neue Weltordnung schaffen und sammelt zu seiner Unterstützung in der ganzen Welt Mutanten mit den unterschiedlichsten Begabungen ein.

Team mit Außenseitern

Da ist zuallererst Magneto alias Erik Lehnsherr (Michael Fassbender), der lange Jahre versucht hat, in Polen ein normales Leben zu führen – bis seine besonderen Fähigkeiten entdeckt werden und er Frau und Kind auf tragische Weise verliert. Schmerz und Verzweiflung waren schon immer seine größten Antreiber. Also bringt Apocalypse ihn nach Auschwitz, den Ort, an dem ihm einst seine Familie genommen wurde. Danach steht fest: Magneto will gegen die Menschheit, die ihm so viel Leid angetan hat, kämpfen.

Und dann sind da noch die junge verwaiste Ägypterin (Alexandra Shipp), die kämpferische Psylocke (Olivia Munn) und der beflügelte Außenseiter Angel (Ben Hardy), die Apocalypse in sein Team holt. Das alles angesiedelt in einer düsteren Welt – vielleicht irgendwo in Afrika oder in einer Unterwelt. Wer weiß das schon so genau im Marvel-Universum?

Viele Figuren sind die Schwäche des Films

Auf der anderen Seite des Ozeans versammelt Prof. Charles Xavier (James McAvoy) in seinem Internat ebenfalls eine Schar von Mutanten, um die Menschheit zu bewahren. Da sind der junge Scott Summers/Cyclops (Tye Sheridan), der mit seinen feuerspeienden Blicken Bäume, Städte, Menschen vernichten kann; die telekinetisch und telepathisch begabte Jean Grey (Sophie Turner), der deutsche blaue Nightcrawler/Kurt Wagner (Kodi Smit-McPhee), der schlaue, starke Hank McCoy (Nicholas Hoult), die CIA-Agentin Moira MacTaggert (Rose Byrne) und natürlich Raven/Mystique (Jennifer Lawrence).

Bei so viel Personal (es kommt noch weiteres hinzu) kann man schon mal den Überblick verlieren. Und genau darin liegt eine Schwäche dieses Actionspektakels. Die Figuren entwickeln sich nicht, erlangen keine Tiefe, von großen Emotionen, wie man sie von den Vorgängern kennt, ganz zu schweigen. Wer der wahre Held ist, bleibt jedem selbst überlassen, was die Massenkompatibilität drastisch erhöht.

Die 80er-Jahre sind dran

Die Actionszenen holen zwar alles aus der modernen 3D-Technik heraus, was es herauszuholen gibt. Aber das scheint auch schon die einzige Motivation zu sein. Wirkliche Überraschungen oder gar Spannung bieten sie nicht. Der hintergründige Witz, die Intelligenz anderer „X-Men“ blitzen nur ganz selten auf.

Nach den 60er Jahren in „X-Men: Erste Entscheidung“ (2011) von Matthew Vaughn und den 70er Jahren in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (2014) ebenfalls von Singer sind in „Apocalypse“ nun die 80er dran: Haarspray-Frisuren, Knight Rider, Pack-Man und Eurythmics‘ „Sweet Dreams“ sorgen dafür. Das ist ganz unterhaltsam, aber eben auch schon bekannt.

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