Wer hätt’s gedacht:

Zehnter Geburtstag der Konzertnächte

Am Anfang schwankten die Besucherzahlen bei den Neubrandenburger Konzertnächten noch stark. Aber inzwischen scheint es eine Art blindes Vertrauen des Publikums zu geben.

Chefdirigent Stefan Malzew.
Wilhelm Chefdirigent Stefan Malzew.

Die Neubrandenburger Konzertnächte feiern am Sonnabend ihr zehnjähriges Jubiläum. Das ist natürlich vor allem auch für den Vater der Veranstaltungsreihe, Generalmusikdirektor Stefan Malzew, ein Erfolg. Frank Wilhelm sprach mit dem Chefdirigenten.

Herr Malzew, hätten Sie im Herbst 2003 gedacht, dass Sie jetzt den 10. Geburtstag der Konzertnächte begehen können?

Vielleicht war ich einer der wenigen, der diesen Gedanken gewagt hat. Ich hatte jedenfalls von Anfang an viel Vertrauen in die Idee gehabt.

Gibt's dafür Beweise?

Eher nicht, aber vielleicht Belege: Ich habe von Anfang darauf gedrungen, dass die Nummer der Konzertnacht als Zahlwort auf den Plakaten ausgeschrieben wird. Das sieht doch jetzt toll aus, wenn auf den aktuellen Plakaten neununddreißigste Konzertnacht steht.

Ihre Fans könnten den Verdacht hegen, dass Sie die Konzertnächte extra für sich selbst geschaffen haben. Schließlich gelten Sie eher als Entertainer denn als gestrenger Chefdirigent.

Na, so verabsolutierend würde ich das nicht sagen. Gleichwohl bereiten mir die Konzertnächte natürlich besonderen Spaß. Eines meiner Anliegen ist es schließlich, Menschen zusammenzubringen, klassische Musik zu erklären und zu moderieren, um sie den Zuhörern näherzubringen. Schließlich verstehe ich mich auch als Brückenbauer zwischen E-Musik und U-Musik.

39 Konzertnächte - das gibt es sicher viele Erinnerungen an Höhepunkte. An welche Veranstaltungen denken Sie besonders gerne zurück?

Immer wieder fällt mir das Konzert ein, als wir zur 7. Sinfonie von Beethoven einen Diskjockey am Apparat auf der Bühne hatten. Oder aber die "Nacht der Sieger". Da haben wir etwa 150 Sportler aus Neubrandenburg und der Region versammelt, die Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gewonnen hatten. Das zeigte die Kraft unserer Region, die wir allzuoft selbst vergessen. Aktuell denke ich natürlich vor allem an die kommende Konzert zum Thema Luft.

Das Konzert ist der Abschluss der Vier-Elemente-Reihe zur Erde. Was können die Besucher erwarten?

So, wie es beim Thema Feuer ein Feuerwerk gab, werden wir am Sonnabend auch Luft durch die Konzertkirche strömen lassen. Aber natürlich gibt es auch wieder viel gute Musik passend zum Thema - von Richard Wagners "Fliegenden Holländer" bis Debussys "Nachmittag eines Fauns". Und natürlich wird es wieder darum gehen, welche Rolle die Musik beim Musikmachen spielt, insbesondere für die Bläser.

Was dem Publikum vielleicht nicht so bewusst ist: Jede zusätzliche musikalische Aufführung kostet auch zusätzliches Geld.

Natürlich. Hier ist besonders der Stadt Neubrandenburg zu danken, die einen zweckgebundenen Sonderzuschuss für die Konzertnächte beisteuert. Damit trägt die Viertorestadt dazu bei, dass die Konzertkirche als kultureller Leuchtturm noch weiter ausstrahlen wird.

Honoriert das auch das Publikum?

Aus meiner Sicht schon. Zum Anfang der Konzertnacht-Reihe konnten wir beobachten, wie die Besucherzahlen entsprechend des gebotenen Programms schwankte. Mittlerweile läuft der Verkauf für die Konzertnächte konstant gut, was meines Erachtens zeigt, dass unser Publikum mit sehr viel Vertrauen in unser Konzept agiert. Mir wurde sogar gesagt, dass es Menschen in Deutschland gibt, die ihre Dienstreisen in den Norden extra so legen, dass sie zu unseren Konzertnächten kommen können.

Mit der 40. Konzertnacht im März kommenden Jahres zum Thema "Erde" werden die vier Elemente erledigt sein. Was kommt dann?

Was heißt erledigt? Das trifft nur zu, wenn wir unsere Sichtweise heranziehen. Chinesische und indische Philosophen sehen das anders, indem das Holz beziehungsweise der Raum als 5. Element interpretiert werden, wie wir am Sonnabend auch erklären werden. Wir wollen uns in den weiteren Konzertnächten 2014 aber vor allem dem Geist zuwenden, was man ja im metaphysischen Sinne auch als Element unseres Lebens ansehen kann.

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