Er schuf die bunte Zirkuswelt der DDR:

Zirkus-Legende Rudolf Probst ist tot

In der DDR und auch nach der Wende führte er gegen viel Widerstand einen privaten Zirkus und zog Hunderttausende in den Bann der Manege.

Für seine Tierdressuren erhielt der Zirkus Probst auch internationale Auszeichnungen.
Andreas Lander Für seine Tierdressuren erhielt der Zirkus Probst auch internationale Auszeichnungen.

Rudolf Probst sei im Alter von 92 Jahren gestorben, sagte Zirkus-Geschäftsführer Andreas Blessmann am Donnerstag. Rudolf Probst hatte den Zirkus 1945 gegründet. In der DDR war er einer der privaten Zirkusbetreiber neben dem staatlichen Angebot.

„Heute hat nach 92 Jahren ein großes Zirkusherz aufgehört zu schlagen. Wir müssen Abschied nehmen von Rudolf Probst“, hieß es in einem Eintrag des Zirkus bei Facebook. Der Zirkus Probst ist unabhängig vom Circus Probst mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Er war vor allem in Ostdeutschland unterwegs.

Zirkus kämpfte mit Problemen

Der Zirkus Probst hat seinen Stammsitz in Staßfurt in Sachsen-Anhalt. Zuletzt hatte er mit Problemen zu kämpfen. In diesem Jahr pausiert der traditionelle Betrieb, Stellen wurden abgebaut, Tiere abgegeben. Wegen der Hürden rund um den Mindestlohn wurde das Programm geändert. „Im Jubiläumsjahr konzentriert sich das Traditionsunternehmen auf Projektarbeit mit Grundschulen“, heißt es auf der Internetseite. „Der Projektzirkus Probst freut sich darauf, in Zukunft viele Kids durch Zirkusluft glücklich zu machen.“

Auch zu DDR-Zeiten hatte es das Unternehmen mit der Konkurrenz der Staatszirkusse nicht leicht. Deshalb gastierte Probst nicht in den Großstädten wie Leipzig, sondern in kleineren Städten und Dörfern. Zweimal wurde das Unternehmen enteignet, Gründer Rudolf Probst sogar verhaftet. Dennoch schaffte es der Zirkus zu überleben. Nach der Wende war das Unternehmen 1992 beim Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo vertreten und erhielt zwei Preise für seine Tierdressuren.

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