Neu im Kino:

Zu Ende ist alles erst am Schluss

Da französische Komödien momentan auch an deutschen Kinokassen hervorragend abschneiden, kommt dieser schöne Film als kleine Mogelpackung daher. Auch er wird als Komödie vermarktet, obwohl er eine wunderbare Melancholie verbreitet. Außerdem hat man „Les Souvenirs“, so der schlichte Originaltitel, hierzulande ziemlich ungelenk umgetauft. So einiges zum Schmunzeln erwartet den Zuschauer aber durchaus.

Neue Visionen Filmverleih Annie Cordy (Madeleine) und Mathieu Spinosi (Enkelsohn Romain) im Film "Zu Ende ist alles erst am Schluss".

Das war es also mit dem Berufsleben. Michel (Michel Blanc) bekommt seine kleine Zeremonie und als Abschiedsgeschenk eine Reise nach Tunesien. Seine Dienste bei der Post werden nicht länger benötigt, aber auch zuhause kommt sich Michel überflüssig vor. Während er sich selbst vormacht, dass alles zum Besten steht, verfällt er in Apathie. Solange, bis seine Frau Nathalie (Chantal Lauby) Trennungsgedanken hegt, weil sie nicht mit Michel untergehen möchte. Sohn Romain (Mathieu Spinosi) beobachtet diese Entwicklung ebenso mit Sorge wie den zwangsweisen Umzug seiner Großmutter Madeleine (Annie Cordy) ins Altenheim. Der junge Mann hat eine enge Bindung zu seiner Oma, die sich quicklebendig und lebensfroh unter Pflegefällen wiederfindet. Als Madeleine eines Tages das Weite sucht, heftet sich Romain an ihre Fersen.    

Der französische Schauspieler und Filmemacher Jean-Paul Rouve hat diesen Film geschrieben und inszeniert. Darüber hinaus schlüpfte er in die Rolle des Hotelbesitzers, mit dem Romain bei seinen Nachtportierdiensten bei guten Gesprächen das eine oder andere Glas Wein leert. Im bezaubernden Kosmos von „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ werden Tankstellenverkäufer zu Lebensphilosophen und die Touristeninformation zur Selbstmordberatung. Es wird sich erstmalig und neu verliebt und wirklich sehr, sehr schlecht in Öl gemalt. Junge und reife Identifikationsfiguren sprechen ein breites Publikum an, vor vielen der aufgeworfenen Fragen mag man selbst  schon einmal gestanden haben. Man lässt dieses sympathische Ensemble am Ende nur sehr ungern ziehen und behält es noch lange im Sinn. Nein, eine „richtige“ Komödie ist dieser Film nicht. Und das ist auch gut so.

Verleih: Neue Visionen   
Bundesstart: 26. März 2015
Genre: Tragikomödie
Mehr Infos unter: www.zu-ende-ist-alles-erst-am-schluss.de

Anspruch: 2
Spannung: 2
Action: 1
Humor: 2
Erotik: 0

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