Nordkurier-Sinfoniker:

Zur Klassik darf auch gern getanzt werden

Die Musiker des Jungen Sinfonieorchesters Berlin treten am 22. September das zweite Mal als Nordkurier-Sinfoniker in der Neubrandenburger Konzertkirche auf. Ideengeber ist Lutz Schumacher, Chefredakteur und Geschäftsführer des Nordkurier. Frank Wilhelm befragte ihn zu seiner Leidenschaft für die klassische Musik.

Experiment gelungen, Fortsetzung folgt: Lutz Schumacher hilft Karina Grönow beim ersten Konzert der Nordkurier-Sinfoniker am 3. Dezember 2015 mit dem Dirigat. Am 22. September erfolgt die zweite Auflage.
Heiko Brosin Experiment gelungen, Fortsetzung folgt: Lutz Schumacher hilft Karina Grönow beim ersten Konzert der Nordkurier-Sinfoniker am 3. Dezember 2015 mit dem Dirigat. Am 22. September erfolgt die zweite Auflage.

Mussten Sie als Kind ein Instrument spielen?

Ich musste nicht, ich habe es freiwillig getan. Mit acht Jahren habe ich Akkordeon und Klavier gespielt. Akkordeon konnte ich besser.

Und warum hat's dann nicht mit einer Karriere als Musiker geklappt?

Ich habe mich vielleicht zu spät auf das Klavier konzentriert. Insbesondere die linke Hand hat bei den beiden Instrumenten sehr verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Ich habe dann leider auf dem Klavier nicht mehr das Niveau erreicht, das für ein Musikstudium gereicht hätte.

Spielen Sie heute noch Klavier oder Akkordeon?

Ein Akkordeon hatte ich seit 25 Jahren nicht mehr in der Hand. Klavier spiele ich ab und zu noch einmal zu Hause zur Entspannung.

Welche Musik hören Sie im Radio?

Lieber Klassik, schon als Jugendlicher. Ich habe mittlerweile rund 1000 CD mit klassischer Musik. Außerdem lese ich gerne Partituren.

Wie muss man sich das denn vorstellen?

Ich lese die Noten der verschiedenen Instrumente des Orchesters und in meinem Kopf entsteht die Musik dazu.

Welche Partitur haben Sie zuletzt gelesen?

Franz Schuberts Große Sinfonie in C-Dur.

Welches sind Ihre Lieblingskomponisten?

Dmitri Schostakowitsch, Anton Bruckner, Richard Wagner und Johannes Brahms.

Wer die Programmhefte der Festspiele MV aufmerksam liest, stellt fest, dass Sie mit einer nicht unerheblichen Summe als einer der Stifter aufgeführt sind. Wie kam es zu diesem Engagement?

Der Gründungsintendant der Festspiele, Matthias von Hülsen, erzählte mir einmal von seiner Idee, die Festspiele über eine Stiftung auf eine solidere, finanzielle Basis zu stellen. Weil ich das Festival für einen kulturellen Leuchtturm im Norden halte, habe ich gesagt, ich mache mit. Ich habe den Erlös aus einem meiner Bücher beigesteuert.

Anfang 2015 kamen Sie auf die Idee mit den Nordkurier-Sinfonikern. Warum?

Der Gedanke, wie wir mehr Menschen an die klassische Musik heranbringen können, bewegt mich schon lange. Leider baut der offizielle Kulturbetrieb noch zu viele Hürden auf. Es traf sich, dass ich in dieser Zeit den Dirigenten Andreas Schulz kennengelernt habe, den Gründer und Leiter des Junge Sinfonieorchesters Berlin.

Und das Nordkurier-Klassik-Experiment Ende 2015 ging auf?

Auf jeden Fall. Es war toll, die Begeisterung der Kinder, Eltern und Großeltern im Familienkonzert mit der Nussknacker-Suite und Juri Tetzlaff als Moderator zu erleben. Und im Abendkonzert sprang der Spaß der jungen Musiker am Spiel auf das Publikum über.

Juri Tetzlaff wird dieses Mal auch das Abendkonzert moderieren. Warum?

Ich finde es bei Konzerten immer belebend, wenn das Publikum in den Konzerten auch etwas über die Komponisten und die Entstehungsgeschichte der Stücke erfährt. Juri Tetzlaff hat sehr viel Ahnung von klassischer Musik.

Am Abend stehen"Tänze aus aller Welt" auf dem Programm. Darf denn auch getanzt werden?

Das wäre wunderbar. Links und rechts vom Parkett sind breite Gänge. Einzelne Tänze finden sich übrigens selten im Konzertrepertoire. Jeder kennt den "Boléro" von Maurice Ravel, aber im Original haben ihn die wenigsten gehört. Am 22. September gibt es die Chance.

Braucht es eine besondere Garderobe am Abend?

Nein! Man kann auch in Jeans kommen, es geht um die Musik.

 

 

 

Die Nordkurier-Sinfoniker spielen am 22. September zwei Konzerte in der Konzertkirche. Um 15.30 Uhr beginnt das Familienkonzert mit "Peter und der Wolf", Sprecher Juri Tetzlaff. Ab 19 Uhr erklingen "Tänze aus aller Welt" unter anderem mit Chatschaturjans „Säbeltanz“, Tschaikowskis Polonaise aus der Oper "Eugen Onegin" und Smetanas Polka aus der Oper "Die verkaufte Braut". Karten für beide Veranstaltungen gibt es im Medienhaus des Nordkurier in Neubrandenburg oder telefonisch unter 08004575033 (Rufnummer kostenlos). Für Abonnenten gibt es einen Rabatt.