Neu im Kino:

Zwei Egozentriker in Höchstform in "Ich und Kaminski"

Gegensätzlicher könnten der Kunstkritiker Zöllner und der blinde Maler Kaminski kaum sein. Ihr Zusammentreffen nimmt groteske Züge an. Was beim Lesen des Kehlmann-Romans "Ich und Kaminski" schon ein Spaß war, haben sich jetzt Filmemacher vorgeknöpft.

Nach "Ruhm" und "Die Vermessung der Welt" kommt jetzt die dritte Verfilmung eines Daniel Kehlmann Romans heraus. Darin spielt Daniel Brühl einen Kunstkritiker, der sich mit dem fast vergessenen Maler Manuel Kaminski auseinandersetzt.
Gordon Timpen/X-Verleih/dpa Nach "Ruhm" und "Die Vermessung der Welt" kommt jetzt die dritte Verfilmung eines Daniel Kehlmann Romans heraus. Darin spielt Daniel Brühl einen Kunstkritiker, der sich mit dem fast vergessenen Maler Manuel Kaminski auseinandersetzt.

Literaturverfilmungen genießen häufig einen schlechten Ruf: An die gedruckte Vorlage kommen sie nicht ran, sind zu kurz, zu oberflächlich. Das zu widerlegen versucht der Film "Ich und Kaminski" nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann. Darin spielt Daniel Brühl den glücklosen Kunstkritiker Sebastian Zöllner, der mit langen Haaren und Bart leicht verschroben aussieht. Das wird noch unterstützt durch seine überhebliche, großkotzige Attitüde. Er will eine Biografie über den fast vergessenen Künstler Manuel Kaminski (Jesper Christensen) schreiben, der als blinder Maler in die Geschichte einging. Doch Zöllner wittert einen Scoop: Kann der klapprige Kahlkopf sehr wohl sehen?

Unkonventionelle Umsetzung

Was als satirische Komödie gedacht ist, stimmt an einigen Stellen durchaus auch nachdenklich. Dass es in dem Film um Kunst geht und dass er auf einem Buch basiert, wird schon an der Gliederung nach Kapiteln deutlich. Die Übergänge sind künstlerisch gestaltet: Die Filmszenen gehen in Standbilder über, die wie Malereien wirken. Kapitelnummer und Titel werden eingeblendet. Eine unkonventionelle Umsetzung, die aber sowohl dem Roman als auch dem kreativen Thema an sich gerecht wird.

Lob vom Autoren

Daniel Kehlmann war zwar nicht an den Arbeiten beteiligt, nach eigenen Angaben aber im ständigen Gespräch mit dem Regisseur Wolfgang Becker und Autor Thomas Wendrich - über mehrere Drehbuchfassungen hinweg. "Ich habe den Film schon mehrmals gesehen und finde ihn einfühlsam, witzig, einfallsreich und im schönsten Sinn ungewöhnlich", sagt der Schriftsteller nun - mehr Lob können Filmemacher wohl kaum bekommen.

Kinostart: 17. September 2015

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