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Likör nach Uropas Rezeptur zur LAGA

Im Erbe der Familie Becker in Brüssow befindet sich eine umfangreiche Sammlung von Rezepten für Kräuterliköre mit wohlklingenden und viel versprechenden ...

Im Erbe der Familie Becker in Brüssow befindet sich eine umfangreiche Sammlung von Rezepten für Kräuterliköre mit wohlklingenden und viel versprechenden Namen wie „Stargarder Bittere Tropfen“, „Thorner Lebenstropfen“, „Kraftwasser“ oder „Blumenlikör“. Apotheker Stephan Beckers Recherchen ergaben, dass diese Spezialitäten vom 17. bis zum 20. Jahrhundert in den großen Likörfabriken in Danzig und Breslau, aber auch in Brüssow hergestellt wurden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren sie jedoch vom Markt verschwunden, da diese Fabriken den Krieg nicht überlebten.
Bis etwa 1850 waren Liköre aufgrund der hohen Zuckerpreise ein Genussmittel der reichen Oberschicht. Zu jener Zeit war es üblich, mit gezuckerten Lebens- und Genussmitteln seinen Reichtum zur Schau zu stellen. So waren Liköre wie der Blumenlikör auf adligen Festlichkeiten überaus beliebt, vor allem bei den Damen. Erst mit der um 1850 beginnenden industriellen Zuckerherstellung und den damit verbundenen fallenden Zuckerpreisen konnten auch breite Bevölkerungsschichten Liköre genießen. Ihre Blütezeit erlebten die Liköre in den „goldenen“ 1920er Jahren.
Unter der Marke „Alrich Historische Liköre“ lässt Stephan Becker den aromatischen und zugleich milden Blumenlikör wieder aufleben. In reiner Handarbeit wird er wie vor 250 Jahren durch doppelte Destillation aus Kräutern hergestellt. Verwendet werden unter anderem Anis, Rosmarin, Lavendel- und Orangenblüten, dazu kommen nur reiner Alkohol, Wasser und Zucker. Zusatzstoffe wie Aromen oder Farbstoffe sind nicht enthalten, versichert Apotheker Becker. Erhältlich sind der Blumenlikör und weitere Spezialitäten der Brüssower Marke Alrich Historische Liköre zurzeit in den Q-Regio-Handelsgeschäften und den Läden des Wein- & Teehauses Gotzmann in Prenzlau.