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Nordkurier - Neubrandenburger Zeitung

Artikel vom 03.09.2010


Lehrstellen werden zu Leerstellen
Arbeitsmarkt. 120 Ausbildungsstellen sind weiterhin unbesetzt. Bei der Last Minute Börse im BIZ werben Unternehmen um den Nachwuchs.

Von Ingmar Nehls

Neubrandenburg. Die Uhr im Neubrandenburger Berufsinfomationszentrum (BIZ) zeigt fünf vor zwölf. Ein passendes Bild, denn bei der „Last Minute Ausbildungsstellenbörse“ lautet das Motto „Greif zu- Starte durch“. 120 Lehrstellen in Neubrandenburg und Umland sind noch immer unbesetzt, wie Agentursprecherin Nicole Krause sagte.

Gleichzeitig gibt es aber noch viele Jugendliche, die keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Einige von ihnen suchten die Stellenbörse auf, in der Hoffnung, sich noch auf den letzten Drücker bei einem der anwesenden Arbeitgeber zu empfehlen.

Zu ihnen gehörte auch Steve Schumann, der eine Stelle als Koch sucht. Seine Chancen stehen eigentlich nicht schlecht, denn gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe seien noch viele Stellen unbesetzt, wie Arbeitsvermittlerin Jana Falk sagte. So waren bei der Börse auch gleich drei Häuser aus Neubrandenburg und Burg Stargard vertreten, die Steve Schumann der Reihe nach abklappern konnte.

Bei Ulrich Debler, Restaurantleiter der „Alten Münze“ in Burg Stargard, darf der junge Mann sich in den nächsten Tagen vorstellen. „Der erste Kandidat heute, bei dem es passen könnte“, seufzte Debler. Seine Ansprüche seien schon gesunken, schulische Leistungen nicht unbedingt ausschlaggebend. Trotzdem sei es sehr schwer, lediglich zwei Stellen zu besetzen, sagte Ulrich Debler. „Die Kinder bekommen falsche Wertvorstellungen vermittelt. Keiner will sich mehr verbiegen“, beklagte Debler. Die Branche selbst müsse angesichts des demografischen Wandels aber auch reagieren, meint Debler. „Um im Wettbewerb bestehen zu können, werden die Löhne steigen müssen“, sagte der Gastronom.

Auch Arbeitsvermittlerin Jana Falk sagt einen immer härter werdenden Wettbewerb um gute Nachwuchskräfte voraus. Das Börsen-Format sei sehr gut geeignet, um den Kontakt zwischen Jugendlichen und Arbeitgebern herzustellen. „Ich kann mir gleich ein ganzes Bild vom bewerber machen und sehen, ob er Feuer in den Augen hat, oder nicht“, sagte Susan Klingbeil vom Radisson Hotel. Auch die Veranstaltungskauffrau der internationalen Hotelkette hielt Ausschau nach einem Azubi.
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© Nordkurier.de am 03.09.2010

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