Internet gegen Innendstadt:

Auf der Jagd nach einem Geschenk

In der Verbraucherstudie des Nordkurier wird deutlich sichtbar, wie die Generationen beim Kauf unterschiedlich ticken. Internet oder Fachhandel, Heimatort oder größere Stadt? Wir begleiten unsere Musterfamilie Schulz bei ihrer Suche nach einem Geburtstagspräsent.

In den Kaufhäusern der Innenstadt oder im Internet: Wo kommt Musterfamilie Schulz am besten an ein Geschenk?
Bodo Marks In den Kaufhäusern der Innenstadt oder im Internet: Wo kommt Musterfamilie Schulz am besten an ein Geschenk?

Wenn unsere fiktive Musterfamilie Schulz aus einer Kleinstadt in der Region Neubrandenburg ans Einkaufen denkt, interessieren sich Tochter Melanie, Mutter Anne und Vater Paul oder Oma Christine und Opa Horst nicht dafür, welche Statistiken und Untersuchungen es zum Kaufverhalten gibt. Denn es geht um etwas Konkretes: Sohn Oliver studiert in Jena und lebt nicht mehr im Haushalt. Doch er hat bald Geburtstag – und jetzt muss ein Geschenk her.

In der Verbraucherstudie, für die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid erstmals 1000 Einwohner im Osten Mecklenburg-Vorpommerns und der Uckermark telefonisch befragt hat, haben die Interviewer erkundet, wie unterschiedlich Frauen und Männer, verschiedene Altersgruppen oder „Gehaltsklassen“ an ihre Einkäufe gehen. Ein Verhaltensgemälde ist entstanden, das Änderungen im Einkaufsverhalten zeigt, die heute bereits sichtbar sind und zunehmend an Dynamik gewinnen werden.

Doch darüber macht sich Familie Schulz jetzt keine Gedanken, denn die Zeit für den Geschenkekauf wird langsam knapp. Im Wochenende, so die Planungen, müssen die Entscheidungen fallen, womit Student Oliver überrascht werden soll.

Die Tochter

Die 17-jährige Melanie würde am liebsten im Internet nach dem Geschenk suchen und plant deutlich weniger als 100 Euro dafür ein. Denn dort hat sie schon des öfteren eingekauft und schätzt besonders, dass sie sich jederzeit an den Rechner setzen und im Netz aus vielen Angeboten wählen kann. Auf Wunsch der Eltern ist aber Familienausflug angesagt. Es geht nach Neubrandenburg.

Auf Facebook hat Melanie mit ihren Freundinnen diskutiert, dass in der Viertorestadt am Wochenende doch einiges los ist. Das versöhnt sie mit ihrem Schicksal. Besonders will sie beim Geschenkkauf in einem Geschäft darauf achten, dass im Laden das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Um vorbereitet zu sein, hat sie schon mit Ihren Freunden über Geschenke-Ideen und angemessene Preise dafür gesprochen.

Die Eltern

Mutter Anne (39) und Vater Paul (44) zieht es nach Neubrandenburg, weil dort gerade das Vier-Tore-Fest läuft. Sie wollen in verschiedenen Geschäften nach dem Geschenk stöbern: Sie hoffen, dass die Auswahl groß ist, denn noch haben sie keine Idee. Dem Trubel in Neubrandenburg sei Dank: Rostock oder Berlin bleiben diesmal außen vor. Weil sie sich auch noch nach Bekleidung für den Herbst umschauen wollen, setzen sich Schulzes kein Limit für ihre Ausgaben.

Doch Frauen und Männer ticken anders, wie die Verbraucherstudie ergeben hat:  Mutter Anne ist noch ziemlich unentschlossen, deswegen hofft sie, durch die Beratung und eine attraktive Präsentation der Waren in den Geschäften auf eine zündende Idee zu stoßen. Zur Not, so hofft sie, kann das gewünschte Präsent im Laden bestellt und nach Hause geliefert werden.

Vater Paul bevorzugt eine andere Strategie: Er hat schon im Internet geschaut, welche Bücher und CDs im Moment besonders angesagt sind. Ihm ist stärker als seiner Frau Anne wichtig, in Zentrumsnähe einen Parkplatz zu erwischen. Und er setzt darauf, dass die Geschäfte möglichst lange geöffnet sind. So fühlt er sich nicht unter Druck gesetzt, so früh wie möglich ans Ziel zu kommen.

Die Großeltern

Oma Christina (66) und Opa Horst (65) wohnen in der gleichen kleinen Stadt und sind sich noch nicht schlüssig, ob sie überhaupt mitfahren sollten. Denn die Rentner würden erst in ihrem Heimatort versuchen, ein Geschenk zu erwerben. Ein Kauf im Internet kommt nicht infrage. Beide bringen zusätzlich Greifswald als Ziel ins Spiel, fügen sich aber der Mehrheit. Über ein Euro-Limit für ihre Einkäufe machen sie sich grundsätzlich keine Gedanken und auch möglichst lange Öffnungszeiten sind für sie kein Thema. Insbesondere der schnelle Überblick über das Sortiment im Laden und die Möglichkeit, sofort die Preise vergleichen zu können, sprechen aus Sicht der Rentner für den Kauf im Laden. Ein Trostpflaster gibt es: Der Ausflug lässt sich mit einem Essen in einer Gaststätte kombinieren.

Ob die Schulzes erfolgreich beim Geschenkkauf sein werden? Das hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie Händler oder Dienstleister auf ihre Wünsche eingehen werden. Klar ist aber: Mit jedem Einkauf werden Weichen gestellt. Bekommt das Internet weiter Oberwasser oder entdecken die Kunden die Stärken der heimischen Händler und Handwerker immer wieder neu?

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