Verbraucherstudie:

Beim Händler oder im Netz: So kauft der Nordosten ein

Der Nordkurier startete seine Aktion „Lokalfuchs – regional ist genial“ mit einer großen Verbraucherbefragung in der Region. Demnach halten viele Kunden Händlern und Handwerkern die Treue – unter bestimmten Bedingungen.

Neubrandenburg gilt laut einer Nordkurier-Umfrage bei Menschen der Region als wichtigster Ort zum Einkaufen.
Andreas Segeth Neubrandenburg gilt laut einer Nordkurier-Umfrage bei Menschen der Region als wichtigster Ort zum Einkaufen.

Das Internet wird auch im Osten Mecklenburg-Vorpommerns und in der Uckermark zur ernsthaften Konkurrenz der Händler und Dienstleister in der Region. 55 Prozent der Einwohner ab einem Alter von 14 Jahren haben bereits Erfahrungen mit Online-Geschäften gesammelt. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Verbraucherstudie, für die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag des Nordkurier 1000 Bürger zwischen Usedom und Uckermark, Müritz, Tollensesee und Peene befragt hat.

„Besonders junge Leute nutzen oft und gern Online-Angebote“, erläutert Kristina Hollmann, Projektleiterin bei TNS, die Resultate der Befragung. Demnach kaufen
86 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und sogar 90 Prozent der 30- bis 39-Jährigen hin und wieder im Internet ein. Erst Frauen und Männer im Alter von über 60 Jahren halten sich zurück: Drei Viertel der Befragten in dieser Altersgruppe haben nach eigener Auskunft noch keine Erfahrungen mit Online-Geschäften gesammelt.

Lange Anfahrtswege sind die Regel

Ungeachtet der Einkaufstouren im Internet halten Mecklenburger, Vorpommern und Uckermärker den Händlern, Handwerkern und Dienstleistern der Region die Treue und nehmen dafür teils lange Anfahrtswege in Kauf. „Für einen größeren Einkauf legen die Verbraucher oft  beachtliche Strecken zurück“, bestätigt Projektleiterin Hollmann. In der Studie geben 40 Prozent der Befragten an, für Waren, die nicht zum täglichen Bedarf gehören, Entfernungen zwischen 20 und 70 Kilometern für den Hin- und Rückweg zu absolvieren. Gut ein Drittel fährt sogar weiter als 70 Kilometer.

„Wenn ein Ort oder eine Stadt ein breit gefächertes Sortiment und komfortable Parkmöglichkeiten bietet, ist er für die Kunden besonders attraktiv“, nennt Kristina Hollmann die mit deutlichem Abstand wichtigsten Wünsche in der Umfrage. Als Handelszentrum der Region sehen 72 Prozent der Befragten die Stadt Neubrandenburg als erste Wahl an. Auf der Hitliste der Ziele folgt Rostock mit 40 Prozent als ernst zu nehmende Alternative zur Viertorestadt. Zuspruch von etwa einem Drittel bekommen Berlin und Greifswald. Eine Fahrt in die polnische Stadt Stettin wird von 14 Prozent manchmal ins Kalkül gezogen. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich.

Aktion „Lokalfuchs – regional ist genial“ gestartet

Für den Einkauf vor Ort oder in den größeren Städten hegen die Verbraucher klare Erwartungen an die Anbieter. „Freundlichkeit und kompetente Beratung stehen auf dem Wunschzettel der Kunden ganz oben“, betont die Projektleiterin.

Heute startet der Nordkurier seine redaktionelle Aktion „Lokalfuchs – regional ist genial“, in deren Zentrum die Stärken der Händler, Dienstleister und Handwerker vor Ort ebenso stehen wie der zunehmende Wettbewerb mit Online-Anbietern. Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland werden derzeit zehn Prozent aller Geschäfte über das Internet abgewickelt. Bis 2020 wird mit einer Verdoppelung gerechnet.

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