Lokalfuchs:

Die Visitenkarte des Einzelhändlers

Schaufenster vermitteln den ersten Eindruck von Geschäften. Sie können den Ausschlag geben, ob ein Kunde den Laden betritt, oder auch nicht. Trotzdem wird der „stumme Verkäufer“ manchmal etwas stiefmütterlich behandelt.

Lilo Fröhlich ist gelernte Dekorateurin und für ansprechende Schaufenster im ganzen Nordosten unterwegs.
M. Diekhoff Lilo Fröhlich ist gelernte Dekorateurin und für ansprechende Schaufenster im ganzen Nordosten unterwegs.

Lilo Fröhlich ist seit vier Jahrzehnten als Dekorateurin in Mecklenburg Vorpommern, Sachsen und Brandenburg unterwegs, um Schaufenster zu gestalten. Das Schaufenster sei „die Visitenkarte eines Geschäfts“ und zugleich auch der erste – wenn auch stumme – Verkäufer. Das Schaufenster soll dem Kunden als Orientierungshilfe und Informationsträger dienen. Nur leider sei das vielen Händlern in der Region nicht bewusst, schätzt Lilo Fröhlich ein, die bereits seit vier Jahrzehnten in ihrem Metier tätig ist.

Wer sich mit ihr trifft, erlebt eine quirlige Frau, die stets bereit ist, Neues auszuprobieren, ohne dabei Altbewährtes aus den Augen zu verlieren. Das Schaufenster sei das beste Instrument, erklärt die Warenerin, um den Händler unverwechselbar zu machen, gerade gegenüber der Konkurrenz aus dem Internet, die ihre Waren nur zweidimensional präsentieren könnte. Wogegen der Händler alle Sinne des Kunden erreichen kann.

Und das sei es auch, was den Einzelhändler so einzigartig mache. „Witzige, originelle, provokative Dekorationen, die Gefühle der Kunden ansprechen und sich sympathisch darstellen, bleiben lange hängen und machen neugierig auf weitere Präsentationen“, weiß die Fachfrau. Allerdings sei heute das Improvisieren die Kunst der Dekorateure und das könne ein Laie nicht, meint Lilo Fröhlich.

Kunden können zu Partnern werden

Generell gehören Optiker zu ihren treuesten Kunden, erzählt die Warenerin. Aber auch in anderen Branchen bietet sie ihre Dienstleistung an, wie Autohäusern, Apotheken oder Arztpraxen. Heute und auch in der Zukunft seien die Sprüche „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ und „Wer nicht wirbt, der stirbt“ aktueller denn je. „Mit den Augen der Kunden zu schauen, muss unsere Aufgabe sein“, meint die Dekorateurin. Sie liebe das, was sie tut und sei oft traurig, wenn das was die Seele der Menschen berührt, nicht mehr so wichtig für viele ist.

Eigentlich gehe es beim Verkaufen doch darum, mit Produkten und Dienstleistungen „dem Kunden zu helfen, ihnen Lösungen für ihre Probleme anzubieten“ und das einfach, schnell und kreativ. Dabei müsse man die Menschen studieren. Es könne nicht nur vorrangig um ständig höheren Umsatz gehen, meint Lilo Fröhlich.

Sie arbeite selbst daran, Kunden zu „Fans“ oder mehr noch zu „Partnern“ zu machen, mit denen sie neue Wege bestreiten kann, ohne das Bewährte zu vernachlässigen. Denn schließlich sei die Schauwerbung „das zweitälteste Gewerbe der Welt, seit 5000 Jahren von Sumerern überliefert“ – und nach wie vor im Handel unverzichtbar. Denn wie lautet doch gleich eine Weisheit von Henry Ford, dem Großindustriellen aus dem vergangenen Jahrhundert: „Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“

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