Lokalfuchs:

Regionale Fischer nutzen auch das weltweite Netz

Vor etwa einem Jahr hat Peggy Ganzleben einen Internetshop für Räucherfisch eingerichtet. Was erst ein Versuch war, entwickelte sich weiter.

Peggy Ganzleben von der Fischerei Zach verkauft ihren Fisch nun auch per Internet.
Matthias Diekhoff Peggy Ganzleben von der Fischerei Zach verkauft ihren Fisch nun auch per Internet.

Der Herbst ist da und es ist ruhig geworden in Altwarp am Stettiner Haff. Aber nicht zu ruhig. Aus der einstigen Hochburg der Butterschifffahrt ist ein beschaulicher und beliebter Touristenort geworden. Die Saison neigt sich zwar langsam dem Ende entgegen, aber die Urlauber werden wiederkommen, weiß Peggy Ganzleben von der Familienfischerei Zach. Und sie ist auch diejenige, die dafür sorgt, dass die Sommergäste auch im Rest des Jahres nicht auf ein gutes Stück Altwarp verzichten müssen. Seit einem Jahr nämlich kann man bei ihr auch per Internet Räucherfisch bestellen und sich nach Hause schicken lassen.

Im Moment sei das noch ein „Nebenbei-Geschäft“, sagt Peggy Ganzleben, und eher als Versuch zu betrachten. Die Kisten tragen Namen, die mit Altwarp zu tun haben, wie „Altwaper Binnendüne“ oder „Düwelshusen“, so wie das Dorf am Haff auch mal genannt wurde. „Am besten geht jedoch die gemischte Kiste mit dem Namen Klabautermann“, sagt Peggy Ganzleben. Darin jeweils ein Stück Aal, Makrele, Heilbutt und Rotbarsch. Geräuchert werde zwar vor Ort in Altwarp, erzählt sie weiter, der Fisch stamme aber zum Teil aus dem Atlantik, den Gewässern vor Grönland oder aus Irland. Das habe einen einfachen Grund. Abgesehen vom Aal sei der Fisch aus dem Stettiner Haff oft einfach nicht fett genug, um ihn zu räuchern. Daher würde der im Sommer eher gebraten auf den Tellern der Gäste der Familienfischerei vor Ort landen.

Keine Probleme mit der Haltbarkeit

Der Familienbetrieb feierte in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Am Anfang stand ein Fisch, der sich eigentlich aufgrund seiner vielen Gräten nicht so großer Beliebtheit erfreut: Der Blei beziehungsweise die Brasse. Der Vater von Peggy Ganzleben, der Altwarper Fischer Berd Zach, kam auf die Idee, den Fisch zu entgräten, in Gelee einzulegen und das Ganze „Haff-Brasse“ zu nennen. Die Idee kam an und wurde ausgebaut. Und inzwischen geht der Fisch sogar in den Export, wenn man so will.

Denn mittlerweile sei es so, dass nicht nur polnische Besucher von der anderen Seite des Neuwarper See nach Altwarp kommen. Inzwischen beliefert die Familienfischerei auch einen Imbiss im polnischen Neuwarp. „Es entwickelt sich“, freut sich Peggy Ganzleben.

Das Gleiche gelte für ihren Handel im Internet. Wenn es etwas ruhiger geworden ist, sollen dort weitere Angebote freigeschaltet werden. Die Kunden sollen dann auch gezielt einzelne Fischarten bestellen können. Probleme mit der Haltbarkeit gebe es nicht, da die Ware vakuumverpackt geliefert würde.

Während der Versuchsphase habe sich bemerkbar gemacht, dass die Möglichkeit, den Fisch auch per Internet bestellen zu können, besonders um die Weihnachtszeit herum genutzt werde. Und das tatsächlich zumeist von Kunden, die schon mal bei der Familienfischerei zu Gast waren und vermutlich als Touristen im nächsten Sommer wiederkommen werden.

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