Judo:

Judo-Ruhestand kein Thema

Seit knapp 50 Jahren ist Siegfried Gust der Judo-Vater in Schlatkow und an den sportlichen Ruhestand denkt der 74-Jährige noch längst nicht.

Marcus Weinberg vom SV Schlatkow landete beim Turnier in eigener Halle auf dem Silberrang.  
Stefan Justa Marcus Weinberg vom SV Schlatkow landete beim Turnier in eigener Halle auf dem Silberrang.  

Eigentlich könnte sich Siegfried Gust ganz entspannt zurücklehnen und die Vorzüge des Rentner-Daseins genießen. Davon ist der 74-Jährige aber weit entfernt. Vor über einem halben Jahrhundert hat die asiatische Kampfsortart den Schlatkower begeistert.

Bis heute ist diese Leidenschaft ungebrochen, denn Woche für Woche trainiert er Jugendliche und Kinder. Im Laufe der Jahre sind es einige hundert Nachwuchssportler gewesen sein, denen Siegfried Gust das Judo-Abc beigebracht hat.

Neben über 60 weiteren Aktiven aus acht Vereinen haben 16 seiner aktuellen Schützlinge ihr Können am Wochenende beim traditionellen Schlatkower Herbstturnier unter Beweis gestellt. 14 Starter des Gastgeber-Clubs schafften dabei den Sprung aufs Podium.

Zu ihnen zählte unter anderem Kelda Herdel. Sie ist mit acht Jahren die jüngste Schlatkower Kampfsportlerin und sicherte sich in der Altersklasse U10 ebenso den ersten Platz wie ihre Vereinskameraden Lenard Beier und Paula-Anna Lerge. Nicht zu schlagen war auch Robin Bauersfeld in der AK U13. „Robin war heute einer unserer Besten“, lobte der Trainer.

Auf dem ersten Rang beendeten auch Adrian Wegner, Ricardo Heinrich (beide U15) und Felix-Leopold Fischer (U17) das Turnier, während Marc Böckel (U10) und Marcus Weinberg (U13) jeweils den zweiten Platz belegten. Til Nickel, Carolin Weinberg (beide U10), Simon Venzke, Robby Sobczak (beide U13) und Robert Beier (U17) wurden in ihren Wettkampfklassen Dritte.

Mit dem Abschneiden seiner Schützlinge zeigte sich Siegfried Gust zufrieden, mit der Anzahl der Teilnehmer aber nicht. „Die Vereine aus Ueckermünde, Jarmen und Bergen sind trotz vorheriger Zusage gar nicht erst angereist. Aus Neubrandenburg sind statt 20 angemeldeter Starter nur zwei gekommen. Das ist schon ziemlich enttäuschend“, ärgerte sich der Verantwortliche, der sich an die Anfänge des Judo-Sports in Schlatkow noch gut erinnern kann.

„1965 sind hier über 300 Kinder zur Schule gegangen. Wir haben damals mit 40 Nachwuchssportlern begonnen.“ Heutzutage sei es deutlich schwieriger, die Kinder fürs Judo zu begeistern. „Es ist nicht leicht, sie vom Fernseher oder Computer wegzulocken. Damit hat aber nicht nur unser Verein zu kämpfen.“

Mittlerweile sind es 20 Judoka, die Siegfried Gust einmal in der Woche trainiert und zu Wettkämpfen begleitet. Auf einen seiner langjährigen Schützlinge wird er zukünftig allerdings nicht mehr zurückgreifen können, denn Carl-Ferdinand Fischer zieht es berufsbedingt nach Neuseeland.

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