Fußball:

VFC-Coach Reeck: Uns fehlen die Tore

Trainer Hagen Reeck ist wohl der Prominenteste beim Fußball-Verbandsligisten VFC Anklam.

Von Cottbus über Dubai und Zypern nach Vorpommern: Seit knapp eineinhalb Jahren leitet Hagen Reeck als Trainer die sportlichen Geschicke von Fußball-Verbandsligist VFC Anklam. Im Interview mit Stefan Justa blickt der 54-jährige Fußballlehrer auf die erste Saisonhälfte zurück.

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Geht es im Hause Reeck über die Feiertage ganz traditionell zu?

Ja, ich verbringe das Fest mit meiner Familie Zuhause in Ahlbeck und freue mich auf die gemütliche und besinnliche Zeit. Fußball ist in diesen Tagen kein Thema.

Ihre Mannschaft hat die Hinrunde mit 19 Punkten als Tabellensiebter beendet. Wie fällt ihr Zwischenfazit nach der Hinrunde aus?

Mit dem Punktestand und der Platzierung bin ich nicht unzufrieden. Nach unseren starken Leistungen im Verlauf der ersten Jahreshälfte hätte ich erwartet, dass wir weiter oben stehen und zudem besseren Fußball spielen. Der Abstand zu den Spitzen-Mannschaften ist nicht nur von der Anzahl der Punkte, sondern auch vom Leistungsniveau groß.

Was hat Ihnen nicht gefallen?

Die Organisation der Abwehr hat häufig nicht wie gewünscht funktioniert. Auch in der Offensive sind deutliche Schwächen erkennbar gewesen. Unsere beiden Angreifer Damian Staniszewski und Nils Gütschow haben aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu ihrer gewohnten Form gefunden. Eine Mannschaft belohnt sich meist durch die Tore der Stürmer. Dies ist leider zu selten der Fall gewesen.

22 Treffer in 15 Punktspielen sind Ihnen also zu wenig?

Ja, ganz klar. Unser Anspruch ist es, attraktiven Fußball zu spielen. Wir haben aus unseren guten Chancen einfach nicht genügend Tore gemacht.

In der Saison 2012/13 haben Ihre Kicker acht von 14 Begegnungen vor heimischem Publikum gewonnen. Nun ist dagegen erst ein Punktspiel-Sieg auf eigenem Platz geglückt. Kann man von einem Heim-Komplex sprechen?

Nein. Der Hauptgrund für diese Bilanz liegt darin, dass wir mit Waren, Schwerin, Sievershagen, Pastow und Wismar alle fünf Spitzenteams zu Gast hatten. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich unsere Heimbilanz nach der Winterpause deutlich verbessern wird.

Es gibt unter den Anklamer Fußballfans durchaus Kritik daran, dass nach Damian Staniszewski im Sommer mit Michal Protasewicz und Pawel Bielecki zwei weitere polnische Spieler verpflichtet worden sind. Was entgegnen Sie den Kritikern?

Ich fände es auch schön, wenn mehr junge Leute aus der Region in unserer Mannschaft spielen würden. Wenn das Potenzial vorhanden wäre, bräuchten wir nicht in die Ferne schauen. Fakt ist, dass wir ohne Damian, Pawel und Michal in der Tabelle nicht dort stehen würden, wo man uns jetzt findet. Wir sind dabei, junge und talentierte Spieler aus unserem Verein, in dem die Nachwuchstrainer seit vielen Jahren tolle Arbeit leisten, zu integrieren. Mit Markus Noack und Alexander Schadofske trainieren zwei A-Jugend-Spieler regelmäßig mit den Männern. Beide haben großes Potenzial. Man muss aber Geduld haben.

Wird es in der Winterpause personelle Veränderungen im VFC-Kader geben?

Das steht noch nicht fest. Möglicherweise wird uns ein Spieler mit Oberliga-Erfahrung verstärken.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Rückrunde?

Wir wollen und werden uns steigern. Im Verlauf der Vorbereitung gilt es, den Grundstein dafür zu legen. Wir müssen uns unter anderem im athletischen Bereich verbessern.

Der SV Waren hat die Hinrunde dominiert. Ist das Aufstiegsrennen schon entschieden?

Ich denke nicht. Vor allem Anker Wismar ist nach dem beeindruckenden 5:0-Sieg gegen den Spitzenreiter noch gut im Rennen. Es wird ein spannendes Titelrennen.

Ihr Team hat neun Punkte Vorsprung auf den Tabellenvorletzten 1. FC Neubrandenburg II. Besteht die Gefahr, dass in der zweiten Saisonhälfte noch um den Klassenerhalt gebangt werden muss?

Nein, diese Befürchtung habe ich nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun bekommen.

Sie haben 14 Jahre lang als Co-Trainer beim FC Energie Cottbus gearbeitet und sind mit den Lausitzern 2006 in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Aktuell ist Ihr Ex-Club abgeschlagenes Schlusslicht in der zweiten Liga. Kann Energie den drohenden Abstieg noch abwenden?

Ich hoffe es sehr. Wenn am Sonntag in Paderborn kein Sieg gelingt, habe ich aber kaum Hoffnung, dass es mit dem Klassenerhalt noch etwas wird. Der Verein befindet sich in einer ganz schwierigen Situation.

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