Fußball:

VFC setzt auf Polen-Kicker

Es ist auffällig: Die Fußballklubs in der Region setzen wieder verstärkt polnische Spieler ein

Einer der acht Polen bei Greif: Mateusz Sobolczyk (links)
Thomas Krause Einer der acht Polen bei Greif: Mateusz Sobolczyk (links)

Michal Kotula will nicht von einem neuen Trend sprechen. „Ich habe gute Arbeit hier in Torgelow und will vor allem bei Greif spielen“, sagt der 33-Jährige. Kotula ist einer von acht polnischen Fußballern, die in dieser Saison beim Oberligisten Torgelower SV Greif spielen.

Der Verein aus der Kleinstadt ist sozusagen Trendsetter in Sachen Fußballer aus dem Nachbarland. Viele Klubs aus der Region haben in diesem Spieljahr wieder Polen im Kader, so Oberligist 1. FC Neubrandenburg oder auch Verbandsligist VFC Anklam. Die Peenestädter, die viele Jahre vorrangig auf den eigenen Nachwuchs gesetzt hatten, haben drei Polen unter Vertrag.

VFC-Vize Ulli Zimmer sieht darin aber keine Tendenz.„Spieler aus Polen zu holen, ist grundsätzlich ja nicht unsere Philosophie. Dass jetzt drei polnische Fußballer bei uns sind, ist aus der Situation heraus entstanden, weil wir einige personelle Probleme hatten. Und unser Trainer, der in Ahlbeck dicht an der Grenze wohnt, hatte da gute Beziehungen.“Finanziell belasten würden die polnischen Kicker den Etat nicht. „Bei uns verdient keiner das große Geld. Mehr als das Geld für die Fahrten von Swinemünde nach Anklam gibt es nicht“, sagt Ulli Zimmer.

Jobs für Kicker aus Polen

Das stellt auch Dietrich Lehmann, Vereinsboss beim Torgelower SV Greif, klar: „Allein vom Fußball leben kann bei uns niemand mehr. Einigen polnischen Spielern haben wir hier in Torgelow Arbeit besorgt, dazu gibt es noch eine kleine Aufwandsentschädigung.“ Lehmann streicht aber noch einen anderen Aspekt hervor.

„Wir haben es ja in der vergangenen Saison fast nur mit deutschen Spielern versucht. Die meisten hatten indiskutable Vorstellungen, was sie bekommen sollten. Die Leistungen waren dafür aber unterirdisch.“ Dass in diesem Spieljahr gleich acht Kicker aus dem Nachbarland das gelbe Trikot der Greifen tragen, sieht Dietrich Lehmann nicht als Problem. „Die kommen ja alle aus unserer Region. Seit der Wende hatten wir hier bestimmt 30 Polen im Verein, nennenswerten Ärger hat es nie gegeben.“

Greif-Routinier Alexander Allert, der während seiner vielen Jahre in Torgelow schon mit vielen Polen zusammengespielt hat, stimmt seinem Boss zu: „Das passte eigentlich immer. Und die, die jetzt kamen, sind wirklich alle prima Typen.“Trend hin oder her – Einheit Ueckermündes Trainer Thorsten Bergin sieht indes auch gar keine andere Möglichkeit, als auf Fußballer aus Polen zurückzugreifen. „Das geht ja nicht nur dem Fußball so, es fehlen bei uns einfach Jugendliche, die nachrücken könnten, weil sie die Region verlassen.“

Dass dafür vermehrt Polen in den deutschen Klubs kicken, sieht er aber nicht als Problem. Im Gegenteil: „Wir reden alle von Europa und Weltoffenheit, das ist es doch das Normalste der Welt, dass hier Polen spielen. Der Großraum Stettin ist eine halbe Stunde entfernt“, sagt der Verantwortliche.Beim Ueckermünder Landesligisten sind vier Polen dabei. Einer von ihnen, Rafal Janik, trägt das Einheit-Trikot bereits seit 13 Jahren.

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