Fußball-Landesliga:

Ladehemmung bei Torlos-Traktor

Hinten und (leider) auch vorne herrscht weiter tote Hopse beim SV Traktor Dargun. Auch im Heimspiel gegen Pasewalk wollte das Runde nicht ins Eckige.

Viele verbissene Zweikämpfe ohne Tore: Darguns Ersatzkapitän Carlo Nennemann (rechts) und Pasewalks Artur Pachulski
             
Mark Berger Viele verbissene Zweikämpfe ohne Tore: Darguns Ersatzkapitän Carlo Nennemann (rechts) und Pasewalks Artur Pachulski  

Was nützt es, wenn du keinen Treffer kassierst, vorne aber keinen machst? Genau dieses Problem haben derzeit die Landesliga-Kicker aus Dargun. Mit zwei Gegentoren nach fünf Spielen - zu Hause hat man gar noch gar kein Gegentor kassiert -  stellen die Gelb-Blauen die beste Abwehr der Oststaffel. Gleichzeitig bedeuten zwei eigene erzielte Tore aber auch den Negativwert der Liga. Was in Züssow in Sachen Torchancen noch mangelhaft war, konnte gegen Pasewalk widerlegt werden. Für den Aufreger der Partie sorgte Schiedsrichter Björn Wudke als er einen Pasewalker Treffer von Rodewald zurücknahm. So blieb es am Ende beim 0:0

15 Minuten waren in Dargun gespielt, da forderte PFV-Trainer Tino Mundt sein Team zu mehr Laufbereitschaft an. Recht hatte er, war die erste Hälfte der Gäste erschreckend schwach. Dennoch konnte Traktor kein Kapital daraus schlagen. Denn zwei Riesenchancen wurden fahrlässig vergeben. Zunächst scheiterte Peter nach Binnenböse-Flanke freistehend aus sieben Meter mit dem Kopf (33.). Kurz vor dem Pausentee hatte Ricardo Lewerenz mit einer Aktion eine Dreifachchance: Zweimal scheiterte Darguns einzige Spitze an Kronemann, ehe er den letzten Schuss rüber drosch. „Wir müssen in Halbzeit eins einfach das Tor machen“, war Linksverteidiger Stephan Seidel nach der Partie immer noch stocksauer.

Schiri ist im Mittelpunkt

In Halbzeit zwei wurde  Pasewalks Kapitän Rodewald bei einer Flanke gesucht, kam aber zusammen mit Verteidiger Oliver Groth ins Straucheln. Groth blieb liegen, Rodewald stand auf und verwandelte nach erneuter Hereingabe mit der Hacke zur vermeintlichen Führung. Schiedsrichter Björn Wudke zeigte zunächst zur Mittellinie, doch Groth lag noch im Fünfer. Erst als der Unparteiische sah, wie sehr Darguns Abwehrspieler im Gesicht blutete, erkundigte er sich bei seinem Assistenten Roland Leonhard und danach bei Henrik Rodewald. Der gab zu, dass es zwar zu einer Berührung kam, aber keine Absicht vorlag. Das reichte Wudke und er entschied auf Stürmerfoul und Freistoß Dargun.

Danach war Rodewald ein wenig verärgert und wollte zunächst nicht weiterspielen. Sein Trainer überzeugte ihn aber vom Gegenteil. „Rodewald hat sich beim Versuch an den Ball zu kommen gedreht und mir den Ellenbogen ohne Absicht ins Gesicht gedrückt“, so Groth nach der Partie. Die Diagnose später im Krankenhaus: Diverse Prellungen im Gesicht. Rodewald erwies sich aber als fairer Sportsmann und erkundigte sich auch nach dem Spiel persönlich bei Groth. Es war ein unglücklicher Zusammenprall.

SV Traktor Dargun: Schöpf; Seidel, Koch, Fanter, Groth (65. Marcel Werner), Peter, Franz (83. Westphal), Nennemann, Binnenböse, Biebel, Ricardo Lewerenz