Handball-MV-Liga:

SSV-Männer fegen Spitzenreiter aus der Halle

Dem zuletzt etwas strauchelnden Handball-MV-Ligisten Stavenhagener SV gelingt ausgerechnet gegen den ehemaligen Tabellenführer TSV Bützow eine glorreiche Wiederauferstehung vor eigener Kulisse.

Die Freude über den überragenden Sieg war groß beim SSV.
Kati Rockenschuh-Ofcsarik Die Freude über den überragenden Sieg war groß beim SSV.

Wer hätte nach den jüngsten Niederlagen der Stavenhagener Handballer gedacht, dass sie dem MV-Liga-Spitzenreiter TSV Bützow nicht nur die Punkte abnehmen, sondern ihn gleich 32:21 (13:12) besiegen würden?

Dabei begann die Partie in der Reuterstädter Zweifelderhalle gar nicht so aussichtsreich. Bützow legte sofort vor. Nach dem Ausgleichstreffer durch Andreas Nowatzki zogen die Bützower ihre Gangart deutlich an und setzten sich folgerichtig bis auf 6:3 in der 12. Minute ab. Man merkte der Dombdera-Sieben noch an, welcher Druck auf ihren Schultern lastete. Ihre Nervosität zeigte sich deutlich an Unsicherheiten im Zuspiel und durch eine Reihe von technischen Fehlern. Die Bützower hingegen agierten sicher und ließen den Gastgebern damit kaum eine Chance für Tempogegenstöße. Doch dann geriet Bützow durch eine Zeitstrafe in Unterzahl, welche die Reuterstädter geschickt auszunutzen wussten. Steffen Hüllinghorst erzielte das 4:6, Marvin Lüthke konterte kurz darauf zum 5:6. (13.) Man war wieder dran, brauchte jedoch noch volle zehn Minuten, um diesen Aufwind auch auf der Anzeigentafel sichtbar werden zu lassen. Wiederum waren es Steffen Hüllinghorst und Marvin Lüthke, die für ihr Team das 11:11 und das 12:11 beisteuerten (29.). Bützow glich aus, Nowatzki setzte sich am Kreis durch und sicherte dem SSV die 13:12-Führung zur Halbzeit.

Jeder im Team weiß zu gefallen

Die Pause schienen die Gastgeber gut genutzt zu haben. Eindrucksvoll kehrten sie auf das Parkett zurück und präsentierten sich in Bestform. Aus einer äußerst stabilen Abwehr heraus warfen sie sich immer wieder nach vorn. In bemerkenswerter Art und Weise traten sie als eine Mannschaft auf. Egal, ob im Mitgehen der ersten und zweiten Welle, ob bei der Annahme und Übergabe, sie rückten als Team zusammen und spielten sich in einen Rausch. Dies gab ihnen die Sicherheit, auch über sehenswerte Spielzüge von allen Positionen zum Erfolg zu gelangen. Niemand ragte aus dem Team heraus, jeder wusste zu gefallen. In der zweiten Halbzeit gelang das vor allem Tobias Painke, Denny Peters und Frank Deutsch.

Der SSV-Zug nahm immer mehr Fahrt auf und ließ die sonst robuste Bützower-Abwehr alt aussehen. Selbst als Bützow eine härtere Gangart aufnahm, fand Stavenhagen die jeweils passende Antwort. Trotz der zunehmenden Körperlichkeit blieb die Partie auf einem fairen Niveau. Nach dem 22:16 in der44. Minute schien auch die Bank davon überzeugt, dass der Sieg nicht mehr zu nehmen sei. Man spürte förmlich den unbändigen Siegeswillen der Stavenhagen-Sieben, der sich in einer weiterhin starken Abwehr fortsetzte. Coach Jörg Dombdera nutzte den Vorsprung, um auch seiner zweiten Garde Spieleinsatz zu geben und diese knüpfte nahtlos an die Leistung ihrer Mannschaftskameraden an. Unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Zuschauer versenkte Frank Deutsch den letzten Treffer zum Endstand von 32:21.

Stavenhagener SV: Pötzsch, Seb. Mann (bd. im Tor); Painke (7/1), Nowatzki (6), Möck, St. Mann, Andreya (1), Hüllinghorst (6), Netzel, Wasmund, Lüthke (5), Peters (4), Deutsch (3)

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