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Gehen in Malchow die Oberliga-Lichter aus?

Ob die erste Mannschaft des Malchower SV 90 überhaupt noch in die Rückrunde der Fußball-Oberliga starten wird, entscheidet sich erst am kommenden Donnerstag, dann aber endgültig.

Bernd Klein und Manager Marcel Bartsch vom  Kompetenzteam des Malchower SV 90 (von links) wollen die Situation nicht schön reden. Wenn bis Donnerstag der Etat nicht steht, wird das Oberliga-Team aus dem Spielbetrieb zurückgezogen.
Jens-Uwe Wegner Bernd Klein und Manager Marcel Bartsch vom  Kompetenzteam des Malchower SV 90 (von links) wollen die Situation nicht schön reden. Wenn bis Donnerstag der Etat nicht steht, wird das Oberliga-Team aus dem Spielbetrieb zurückgezogen.

 „Wir brauchen gar nicht erst drumherum zu reden. Die Sponsorensitzung am Donnerstag ist wegweisend dafür, ob wir mit der Rückrunde der Fußball-Oberliga beginnen oder die Reißleine ziehen und das Team vom Spielbetrieb abmelden“, sagte Marcel Bartsch, der Manager des Malchower SV 90, bei dem Vorbereitungstreffen am Wochenende.

Der Grund ist einfach: Obwohl die Mannschaft den finanziellen Bedarf stark heruntergefahren hat, und mit jetzt nur 16 Feldspielern und zwei Torleuten ein Minimum eines Oberligakaders aufbietet, steht der Etat für die Rückrunde noch nicht. „Wir haben wirklich alles auf den Prüfstand gestellt und sind am Limit angelangt. Aber wir sind noch lange nicht über den Berg“, sagte Trainer Christopher Stoll, der trotz der angespannten finanziellen Lage sein Team bis zur Winterpause auf den 4. Platz in der Oberligatabelle geführt hat, nur mit fünf Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter. Sportlich gesehen steht der MSV 90 also so gut da wie noch nie in der Vereinsgeschichte. Und ausgerechnet jetzt schwebt das Damoklesschwert über der Inselstadt.

"Wir wollen und werden keinen Kredit aufnehmen"

„Es war klasse, dass nach dem Rückzug von unserem Hauptsponsor Ziems so viele andere Sponsoren eingesprungen sind. Für diese Treue und das Interesse am Oberligafußball möchten wir uns bedanken. Allerdings sieht es so aus, als wenn viele denken, es würde alles so weiter laufen. Und das ist nun mal nicht so“, sagte der Chefcoach.

Bernd Klein vom sogenannten Kompetenzteam des MSV 90 machte eines deutlich: „Wir wollen und werden keinen Kredit aufnehmen für den Spielbetrieb der ersten Mannschaft. Dadurch würde man ein Problem nur in die Zukunft verschieben, es dadurch nicht lösen, sondern nur vergrößern“, sagte Bernd Klein.

Keine Fördergelder, weil Haushaltsplan noch nicht beschlossen wurde

Am Donnerstagabend ab 19 Uhr werden sich die Premiumsponsoren, also die, die  besonders die Oberligamannschaft unterstützen, im Vereinsheim am Waldsportplatz treffen. Dann wird noch einmal Tacheles geredet. Die Sponsoren müssen Farbe bekennen, inwieweit sie noch bereit und in der Lage sind, das Oberligateam zu unterstützen. „Wir wollen das Team nicht abmelden. Aber wir können nicht in die Rückrunde starten, wenn die Perspektive bis zum Saisonende unklar ist“, sagte Marcel Bartsch, der auch seine Enttäuschung über die Stadt Malchow nicht verhehlen kann. „Die Misere zwischen Stadtverwaltung und Stadtvertretung schlägt ausgerechnet jetzt auch auf uns mit voller Wucht durch. Fördergelder bleiben aus, weil der Haushaltsplan noch nicht beschlossen wurde. Aber die Sportanlage muss unterhalten werden. Es gibt bisher noch keine Aussage von der Stadt, wie es weitergehen soll. Dabei ist gerade  jetzt die Stadt politisch gefordert“, haderte Marcel Bartsch mit der Gemeinde.

„Die Entscheidung für den Verbleib des MSV 90 in der Oberliga muss letztendlich aus der regionalen Wirtschaft und der Stadt Malchow kommen“, sagte Marcel Bartsch.