Schach:

Chessy mag auch die Königinnen

Die männlichen Schach-Spieler sind bei der Landesmeisterschaft in Malchow in der Überzahl. Wer aber denkt, das königliche Spiel sei nichts für Mädchen, der ist auf dem Holzweg.

Das Maskottchen der Deutschen Schachjugend Chessy schaute natürlich auch in der Fleesenseeschule vorbei und posiert hier mit Jörg Schmidt, dem Vorsitzenden des SV Malchower Schachinsel, der zum zehnten Mal in Folge Gastgeber der Landesmeisterschaft für den Schachnachwuchs ist. Foto: Jens-Uwe Wegner
Jens-Uwe Wegner Das Maskottchen der Deutschen Schachjugend Chessy schaute natürlich auch in der Fleesenseeschule vorbei und posiert hier mit Jörg Schmidt, dem Vorsitzenden des SV Malchower Schachinsel, der zum zehnten Mal in Folge Gastgeber der Landesmeisterschaft für den Schachnachwuchs ist. Foto: Jens-Uwe Wegner

Am Sonnabend begann in der Aula der Malchower Fleesenseeschule die diesjährigen Landesmeisterschaft der Schachjugend von Mecklenburg-Vorpommern, die noch bis zum Mittwoch stattfinden wird.

Mit 144 Teilnehmern wurde ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt, was sich der SV Malchower Schachinsel als Erfolg verbuchen kann, der das Event bereits zum zehnten Mal in Folge ausrichtet. Denn dass die Mädchen und Jungen einen Teil ihrer Ferien opfern, wird mit Spiel und Spaß belohnt. So freut sich der zwölfjährige Egon Wolfgramm vom SAV Torgelow-Drögeheide schon auf das heutige Fußballturnier am Nachmittag. „Ich bin das zweite Mal hier in Malchow dabei und finde das nicht so schlimm, dass eine halbe Ferienwoche dafür verwendet wird, denn hier gibt es am Nachmittag viele Freizeitmöglichkeiten. Ich bin wieder in der Jugendherberge untergebracht, wo ich mit fünf anderen Jungs ein Zimmer teile. Das hat ja auch was von Ferienlagerstimmung“, sagte Egon.

Er ist auch darauf gespannt, was heute bei der Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Gastgeberstatus Malchows passiert, welche die Schachjugend mit dem Maskottchen Chessy ab 13.30 Uhr organisiert. Eine große Überraschung wurde angekündigt. Welche das sein kann, das weiß nicht einmal Jörg Schmidt, der Vorsitzende des SV Malchower Schachinsel, der maßgeblichen Anteil daran hat, dass die Schachjugend immer wieder Malchow als  Meisterschaftsort auswählt.

Ist Schach ein Jungensport?

An der nahmen übrigens wieder viel mehr Jungen als Mädchen teil. Ist Schach einen Jungensport? „Nein, das glaube ich nicht, aber viele Mädchen wollen lieber ein Pferd reiten oder shoppen gehen“, schätzte die neunjährige Milena Sohrweide von der SG Eintracht Neubrandenburg ein. Sie selbst und ihre zehnjährige Vereinskameradin Sophie Müller haben allerdings großen Spaß am königlichen Spiel. „Mir hat schon mein Opa die ersten Züge beigebracht. In der Schule hat uns dann Herr Rehbein die verschiedenen Eröffnungen gezeigt, das hat Spaß gemacht“ , sagte Sophie. Und auch nicht in allen Schachvereinen sind die Mädchen in der Minderheit.

„Bei uns spielen 20 Kinder und Jugendliche Schach, und davon sind die Hälfte Mädchen“, sagte zum Beispiel Uta Dorendorf von der TSG Gadebusch. Sie kam durch ihre Tochter zum Verein und ist dort jetzt selbst als Betreuerin und Trainerin tätig. „Die Mädchen haben irgendwann ihre besten Freundinnen oder Bekannte mitgebracht, wie das eben auch bei Jungs mit ihren besten Freunden so ist. Daher ist bei uns das Verhältnis ausgeglichen“, sagte Uta Dorendorf. Prinzipiell spielen die Mädchen auch gleichberechtigt gegen Jungs. Es gibt laut Satzung nur eine Ausnahme: „Wenn sich in einer Altersklasse mehr als zehn Mädchen qualifiziert haben, dann wird eine eigene Gruppe wie jetzt die u12w und u16w gebildet“, informierte Jörg Schmidt. Er ist sich sicher, dass das Maskottchen Chessy auch Mädchen beim Schach sehr gern sieht.