Pokal:

„Das ist eine Frechheit“: Malchower fühlen sich betrogen

Das Ausscheiden des Malchower SV 90 beim Greifswalder SV 09 hat ein Nachspiel. Der MSV-Manager fühlt sich ausgetrickst.

Manager Marcel Bartsch vom Malchower SV 90 (links), hier kurz nach einer Bierdusche in der Vorsaison, als der Klassenerhalt nach dem Torgelow-Spiel gefeiert wurde.
Jens-Uwe Wegner Manager Marcel Bartsch vom Malchower SV 90 (links), hier kurz nach einer Bierdusche in der Vorsaison, als der Klassenerhalt nach dem Torgelow-Spiel gefeiert wurde.

 „Was der Schiedsrichter Andreas Becker da in Greifswald geboten hat, das war wirklich das Letzte“, sagte ein fassungslos wirkender Manager des Malchower SV 90, Marcel Bartsch. Eines schickte er voraus: „Natürlich sind wir ein fairer Verlierer und gratulieren den Fußballern und dem Trainer des Greifswalder SV 04 zum Erreichen des Halbfinales im Landespokal. Aber all denen im Umfeld des Greifswalders SV, denen es zum wiederholten Male gelungen ist, ein Spiel zu manipulieren, kann man einfach nur Verachtung schenken“, meinte Marcel Batsch.

Was war passiert? Der Fußball-Oberligist Malchower SV 90 ist mit einer 1:2-Niederlage gegen den Verbandsligisten Greifswalder SV 04 aus dem Fußball-Landespokal ausgeschieden. Malchow ging in der 19. Minute durch Argim Redzovic in Führung. In der 37. Minute glich Greifswald durch einen sehr umstrittenen Elfmeter durch Alexander Werwarth zum 1:1 aus. So weit so gut. In der zweiten Halbzeit wurde es aber (der Anpfiff erfolgte erst um 15 Uhr) bereits dunkel, und dann wurde auch noch über 90 Minuten hinaus gespielt. Da sah Malchows Keeper Paul-Friedrich Kornfeld einen Ball wegen der schlechten Lichtverhältnisse zu spät, konnte ihn aber gerade noch so abwehren. Doch den Abpraller nutzte Tommy Greinert zum 2:1-Endstand für den Greifswalder SV 04 (92.). Als das Spiel um 16.50 Uhr abgepfiffen wurde, standen die Malchower Spieler fassungslos auf einem spärlich beleuchteten Spielfeld herum. Gibt es in Greifswald kein Flutlicht? Doch, aber damit beginnt das Problem, das Malchows Trainer Christopher Stoll vor dem Spiel schon angesprochen hatte. Es ging dabei nicht nur darum, ob auf Kunstrasen oder echtem Rasen gespielt wird (der Nordkurier berichtete). Es ging dabei auch darum, dass auf den unterschiedlichen Plätzen unterschiedliche Flutlichtanlagen installiert sind. Ursprünglich war vom Fußball-Landesverband einheitlich 13 Uhr als Anstoßzeit angesetzt worden. Da Greifswald und Malchow zunächst über ein Freitagabendspiel auf dem Hauptplatz (grüner Rasen) verhandelten, wurde davon abgewichen. Dann aber wurde das Spiel auf den Sonnabendnachmittag um 15 Uhr verlegt.   „Das wäre auf dem Hauptplatz okay gewesen, deshalb haben wir keinen Einspruch hinsichtlich der Anstoßzeit eingelegt“, sagte MSV-Manager Marcel Bartsch. Doch kamen in der Woche Zweifel an der Anständigkeit des Vorstandes des Greifswalder SV 04 auf, als mehrfache Anfragen des MSV, ob nun auf Kunstrasen oder sattem Grün gespielt wird, unbeantwortet blieben. „Erst 47 Stunden vor dem Anpfiff bekamen wir die Nachricht, dass auf Kunstrasen gespielt wird. Dass dort derart katastrophale Flutlichtbedingungen herrschen, das war von einem renommierten Verein wie Greifswald nicht zu erwarten“ sagte Marcel Bartsch.  Doch genau das geschah: Ein alter ausgetretener Kunstrasen mit Schummerlicht (ab ca.16.30 Uhr) machte das Fußball spielen zum Abenteuer. Und nicht nur das: Schon der Elfmeter für Greifswald war eine Farce. „Der gut postierte Linienrichter hätte weiterspielen lassen, doch der Hauptschiedsrichter Andreas Becker entschied auf Strafstoß, nachdem ein Greifswalder Spieler unseren Essama Etogo fast um gerannt hatte und zu Fall gekommen ist. Wenn Herr Becker ein Problem mit mir hat, dann soll er es mit mir klären und es nicht auf die Mannschaft abwälzen“, sagte Marcel Bartsch, der selbst als Schiedsrichter bis hin zur Bundesliga tätig ist. Ob Malchow mit dem Protest ein Wiederholungsspiel erzwingen kann, ist allerdings fraglich. „Eigentlich glaube ich nicht daran. Aber wir legen auch deshalb Protest ein, damit andere Vereine Wind davon bekommen, was sich in Greifswald abspielt. Denn auch der Oberligist Pommern Greifswald hat in der gleichen Weise mit Rasen und Kunstrasen gepokert, und sich ein Verfahren mit Hürtürkel eingehandelt. Es geht einfach um eine faire Verhaltensweise im Fußball“ sagte Marcel Bartsch.

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