Fußball-Verbandsliga:

Kartenflut macht Spitzenspiel fast zur Nebensache

Der SV Waren 09 gewinnt gegen nur neun Feldspieler des Sievershäger SV und kassiert dabei auch noch einen Gegentreffer.

Torwart Benjamin Wegener (rechts) war gegen den Sievershäger SV wieder ein ganz starker Rückhalt für den SV Waren 09 (blau/schwarz).
             
Jens-Uwe Wegner Torwart Benjamin Wegener (rechts) war gegen den Sievershäger SV wieder ein ganz starker Rückhalt für den SV Waren 09 (blau/schwarz).  

Ein fassungslos wirkender Trainer des Sievershäger SV versuchte nach dem Fußball-Verbandsligaspiel beim SV Waren 09 am Bockwurststand – eine sonst in Waren übliche Pressekonferenz gab es ausgerechnet beim Spitzenspiel nicht – den 3:1 (0:0)-Erfolg des SV Waren 09 zu erklären. „Wir waren das bessere Team und hätten hier mit elf Spielern auch gewonnen“, sagte Gäste-Coach Jens Hillrighaus.Tatsächlich hatten sich beide Teams in der ersten Halbzeit neutralisiert, wobei Sievershagen die größeren Spielanteile hatte, ohne jedoch zwingende Torchancen zu haben. So folgte ein 0:0 zur Pause und die Hoffnung der Warener Fans, dass sich 09-Coach Stefan Karow etwas für die zweite Hälfte einfallen lassen würde, um die Dominanz der Gäste brechen zu können.Das musste er aber nicht, denn die Schiedsrichterin schickte innerhalb von fünf Minuten zwei Sievershäger Kicker zum Duschen. Zuerst traf es Tim Schmitt, dem schon mit Gelb belastet ein Wortgefecht mit Stefan Haase zum Verhängnis wurde (54.). Zwei Minuten später wurde Stefan Haase klar von den Beinen geholt, aber für dieses Foul die Rote Karte zu zeigen, war schon grenzwertig. Und es trug auch nicht zum Abklingen der Emotionen bei, dass die Schiedsrichterin auch erst einem falschen Kicker die Rote Karte zeigte, bevor sie sie endlich den „Übeltäter“ Andre Schulz erwischte. „Ich weiß nicht, was wir den Referees getan haben, aber hier hat die Unparteiische das Spiel kaputt gemacht“, haderte Jens Hillrighaus.Die Warener Kicker brauchten nach der Kartenflut noch etwas Zeit, bevor sie die personelle Überlegenheit ausnutzen konnten. Zunächst war es Guido Timper, der mit einem Hinterhaltschuss das 1:0 (67.) erzielte, nachdem Sievershagen den Ball nicht aus dem Strafraum bekommen hatte. Dann bediente Christoph Bergmann uneigennützig Tobias Täge, der noch etwas besser als er selbst stand und das 2:0 machte (83.). Einen Eckball von Adrian Rakowski verwandelte Tobias Täge dann mit dem Kopf zum 3:0 (89.). In der Nachspielzeit sorgte dann ausgerechnet der Ex-Warener Paul Maletzke mit dem Sievershäger Ehrentreffer zum 3:1 dafür, dass Waren an der Tabellenspitze vorbei schrammte. Denn weil der Tabellenführer MSV Pampow beim Rostocker FC nur ein 1:0 erreichte, hätte das Müritz-Team ohne Maletzkes Last-Minute-Tor das bessere Torverhältnis gehabt.

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