Spieler rupfen mit Fußballern ein Hühnchen:

Ärger über kaputte Tischtennisplatten

Nach einem Fußball-Lehrgang kamen die Spieler vom Tischtennisverein TTSV 90 in ihre Halle und trauten ihren Augen nicht. Fast alle Tischtennisplatten waren im Eimer. Sie fordern nun Ersatz, doch wann der kommt, ist fraglich.

Die Farbe ist abgeplatzt, das Spanholz kaputt - so sehen die meisten Tische des TTSV 90 Neubrandenburg gerade aus.
Paulina Jasmer Die Farbe ist abgeplatzt, das Spanholz kaputt - so sehen die meisten Tische des TTSV 90 Neubrandenburg gerade aus.

Acht Tische hatten sie aufgebaut. Und fast alle waren hinüber. Nicht mehr zu gebrauchen. Die Netzhalterungen waren verbogen, die Kanten der Tische abgeplatzt, so dass die Spanplatte zu sehen war. Die Tischtennis-Spieler vom Neubrandenburger TTSV 90 waren völlig von den Socken, als sie in ihre Trainings- und Punktspiel-Halle in der Große Krauthöferstraße kamen.

Was war passiert? Kurz vor den Winterferien hatten die Spieler ihre Tische aufgestellt, „weil wir dachten, dass wir die Halle für uns allein haben“, erinnert sich TTSV-Präsident Wilfried Luttkus. Dem war aber nicht so. Der Landesfußballverband hatte eine Weiterbildung angemeldet und die Teilnehmer klappten die störenden Tischen einfach zusammen. An sich nichts Verwerfliches. „Aber sie haben das gemacht, ohne die Netze zu demontieren“, schimpft Wilfried Luttkus. Das Ende vom Lied: An zahlreichen Tischen sind Ecken abgeplatzt. Mindestens fünf Tische seien totaler Schrott, die anderen könne man nicht beurteilen, „weil wir nicht wissen, wie weit sich der Schaden ins Material zieht“, so Luttkus.

Erst vor ein paar Wochen hat der TTSV vier neue Tische angeschafft. Einer kostet um die 900 Euro. An ihnen sollten Punktspiele ausgetragen werden. Und das Regelwerk schreibt baugleiche Tische vor. Die hat der Verein wegen des Dilemmas nun aber nicht. Deshalb sind die Sportler vorerst auf das Entgegenkommen ihrer Gegner angewiesen. Wenn diese nicht zustimmen, geht das Spiel für den TTSV verloren.

Kleiner Hoffnungsschimmer

Tilo Berner, der beim Landesfußballverband als Landestrainer für den weiblichen Bereich zuständig ist, betont auf Nordkurier-Nachfrage, dass diese Tischtennis-Tische für ihn und die rund 30 Teilnehmer des Lehrgangs eine Überraschung gewesen seien, denn eigentlich sollten praktische Kenntnisse rund um Futsal vermittelt werden. Daher habe man nach bestem Wissen und Gewissen die Tische zusammen geklappt. Den Vorwurf, grob fahrlässig gehandelt zu haben, weise er entschieden zurück.

Die Versicherung des Landesfußballverbandes ist für die Schadensregulierung verantwortlich. Aber laut Wilfried Luttkus habe sich bisher kaum etwas getan. Ein Hoffnungsschimmer: Am Sonnabend erhielt Luttkus Post von der Versicherung. Er weiß nun die Schadensnummer und hofft auf eine schnelle Einigung. Doch allein mit dem Geld sei es nicht getan. Kaum ein Händler habe so viele Tische auf Lager, die müssten erst bestellt werden. Damit sei also noch weiterhin Geduld gefragt.