Fußball:

Er will Deutschlands ältester Teambetreuer werden

„Ich mache weiter, mindestens bis ich 80 bin“, sagt sagt Stefan Molke. könnte klappen, denn noch ist der 77-Jährige vom TSV Friedland 1814 richtig auf Zack.

Der Mann mit den Koffern: Stefan Molke.
Roland Gutsch Der Mann mit den Koffern: Stefan Molke.

Er ist 77 und plant langfristig. Stefan Molke hat ein großes Ziel: „Ich will der älteste Mannschaftsbetreuer Deutschlands werden.“ Der „Unruheständler“ sorgt neuerdings dafür, dass es den Verbandsliga-Fußballern vom TSV Friedland 1814 rundum gut geht, zuvor war er zwei Jahrzehnte lang für den 1. FC Neubrandenburg 04 und dessen Vorgängervereinen im Ehrenamt. „Ich möchte weitermachen, mindestens bis ich 80 Jahre alt bin“, so Molke. Dann könnte er – so haben es jedenfalls Internet-Recherchen einer seiner zwei Töchter ergeben – der „Guru“ aller deutschen Fußball-Teambetreuer sein, quasi Stammesvater.Molkes Markenzeichen: Immer einen klasse Kaffee im Spender. Auch der Kuchen, den Ehefrau Bärbel beisteuert, und die Schmalzstullen gelten als Renner bei den Kickern. Sponsor-Gaben, wie sie der TSV 1814 am vorigen Sonnabend vor dem Punktspiel gegen den FC Mecklenburg Schwerin (1:3) von der Firma REAX Transporte und Provinzial Versicherungen erhielt, freuen Molke besonders: Medizinkoffer für die Mannschaften. „Damit kann man was anfangen, für jede Schramme, gegen jedes Wehwehchen ist etwas dabei.“Elf Trainer hat Stefan Molke auf seinem Betreuer-Kerbholz. Da ist einiges an Fußball-Geschichte(n) zusammengekommen. Die längste Zeit hat er mit dem aktuellen Friedland-Coach Heinz Dahms zu tun. „Heinzi ist auch der Routinierteste“, sagt der Mann, der es wissen muss. Als Dahms vom FCN II zum ältesten Sportverein Deutschlands nach Friedland wechselte und Molke mit seiner Bärbel ein Haus in der Nähe bezog, „lag es auf der Hand, dass ich beim TSV anheuere“. Was ihn aber nicht davon abhält, ab und an bei der Neubrandenburger Verbandsliga-Zweiten vorbeizuschauen – immer ein bisschen Bananen-Futter „für die Jungs“ in der Tasche.Wie ein Fußballer hält auch Stefan Molke seinen Körper in Schuss. „Ich bin Stammgast in einem Fitnesscenter – damit es auch etwas wird mit dem Rekord“, schmunzelt der mobile Rentner.Dass der Sport schon immer den Takt seines Lebens mitbestimmt hat, verwundert nicht. Dass alles mit dem Boxen anfing, erstaunt allerdings. „Ist aber so“, sagt Molke, der 1958 im Seilquadrat ein Rhein-Main-Meister war, dann in die DDR zog und Stahlwerker in Hennigsdorf wurde. Faustkampf lehrte er auch Anfang der 1990er-Jahre noch beim PSV Neubrandenburg, ehe ihn Fußballtrainer Rainer Walter zum Club lotste. Da blieb er, mit Ausnahme von anderthalb Jahren, in denen er Hanse 01 mitgründete und -aufbaute.So lange er schon am Spielfeldrand steht, den „Flattermann“ vor dem Anpfiff ist er noch nicht losgeworden. Der bleibt Stefan Molke, selbst wenn er die 80er-Grenze geknackt haben wird, treu. Bisschen Aufregung soll ja nicht schaden, auch im gesetzteren Alter.

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