Eklat in der Oberliga:

FCN-Fußballer verteidigen Spielabbruch

Trotz überregionaler Kritik beharren die Neubrandenburger Oberliga-Fußballer auf ihrem Standpunkt. "Das war keine Kurzschlussreaktion", verteidigt Kapitän Daniel Nawotke die Entscheidung, wegen des Unmuts über den Schiedsrichter die Partie in Strausberg abzubrechen.

Spielerkreis: Die Oberliga-Fußballer vom 1. FC Neubrandenburg 04.
Roland Gutsch Spielerkreis: Die Oberliga-Fußballer vom 1. FC Neubrandenburg 04.

Kapitän Daniel Nawotke lässt sich mit dem FCN-Team vom Kritik-Hagel nicht kleinkriegen. "Grundsätzlich stehen wir nach wie vor dazu. Das war keine Kurzschlussreaktion. Wir sind ungerecht behandelt worden, das war nicht mehr normal. Vorzeitig vom Platz zu gehen, sahen wir als unsere Möglichkeit, uns zu wehren und auf diese Problematik aufmerksam zu machen", bekräftigte der 25-Jährige drei Tage, nachdem die Neubrandenburger Oberliga-Fußballer ihre Auswärtspartie gegen den FC Strausberg beim Stand von 1:2 in der 88. Minute abgebrochen hatten - voller Groll über die Entscheidungen von Schiedsrichter Tim Ziegler aus Plauen.

"Der hat uns nach Strich und Faden verpfiffen", hatte Nawotke unmittelbar danach reagiert. Nach einer halben Woche und einer überregionalen Wahrnehmung mit bisweilen kontroversen Diskussionen machen er und seine Mannschaftskollegen keinen Rückzieher. "Dieser Trubel war bezweckt. Was wäre denn gewesen, wenn wir zu Ende gespielt hätten? Am Montag hätte keiner mehr darüber geredet, wie wir vom Schiedsrichter verschaukelt worden sind." Es gebe Statistiken, die die zweifelhaften Schiri-Auslegungen von Spielsituationen belegten, so Daniel Nawotke.

"Es geht uns um den Schiedsrichter"

Dass ein sportjuristisches Prozedere des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) in Gang gesetzt worden ist und eine 5000-Euro-Strafe im Raum steht, sei ihm bewusst. "Man muss sehen, was da rauskommt", sagte der FCN-Spielführer, der zugleich klargestellt wissen möchte: "Es geht uns um den Schiedsrichter, nicht um den FC Strausberg."

Die Strausberger Vereinsverantwortlichen zeigten sich nach dem Spielabbruch schwer entrüstet. Der Sportliche Leiter Volker Kreysler reagierte vor allem sauer, weil er glaubte, von der Viertorestädter Truppe sei dem Gastgeber eine Manipulation des Referees unterstellt worden. "Der Schiedsrichter wäre gekauft vom FC Strausberg!" Diesen Vorwurf nannte Kreysler "eine Ungeheuerlichkeit".

Einen solchen Vorwurf wollen Nawotke und seine Teamkameraden nicht erhoben haben. "Da soll auch kein falscher Eindruck entstehen. Um den FC Strausberg dreht sich diese Sache überhaupt nicht."

"Der Verein fand den Abbruch nicht gut"

Gegenüber dem eigenen Club mussten die FCN-Kicker mittlerweile Stellung zu den Vorkommnissen in Strausberg beziehen. Zu Wochenbeginn gab es einen ersten Austausch mit FCN-Präsident Klaus-Detlef Schnoor zu dem Thema. "Der Verein fand den Abbruch nicht gut. Ganz klar. Ein gewisses Verständnis gab es für unseren Unmut, für die Folgen aber nicht", äußerte Daniel Nawotke. Interne Strafen seien bislang nicht ausgesprochen worden, zumal das NOFV-Urteil noch ausstehe.

Heißt: Am kommenden Sonnabend (13 Uhr) werden die Neubrandenburger Fußballer - soweit nicht verletzt oder verhindert - vollzählig im Heimduell gegen Schlusslicht BSV Hürtürkel um letzte Hinrunden-Zähler spielen.

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Wer sich die betreffenden Szenen des Spiels gerne ansehen will kann dies im YouTube-Kanal von "FCNeubrandenburg" unter https://www.youtube.com/watch?v=2cPH4rMzx-w