Fußball:

Heimsieg mit Schmidt-Show

Fußball-Verbandsliga: Der TSV Friedland verabschiedet sich mit einem klaren Erfolg gegen den Greifswalder SV für das Jahr 2013 vom eigenen Publikum.

Trainer Heinz Dahms (Mitte) dankte seiner Mannschaft für "ein geiles Spiel".
Roland Gutsch Trainer Heinz Dahms (Mitte) dankte seiner Mannschaft für "ein geiles Spiel".

„Es war ein geiles Spiel“, schwärmte Heinz Dahms, Coach vom Fußball-Verbandsligisten TSV Friedland 1814, nach dem spektakulären 6:2 (2:0)-Heimsieg über den Greifswalder SV 04. Zugleich ein nachgereichtes Präsent für den Trainer, der eine Woche zuvor an seinem 57. Geburtstag eine 0:8-Pleite des Teams beim FC Anker Wismar hatte ansehen müssen. „Die Mannschaft spielte diesmal mit Herz und Köpfchen. Richtig gut.“ Dahms applaudierte.

Nach dem letzten Auftritt 2013 zu Hause nimmt der Aufsteiger den 11. Tabellenplatz ein. Am kommenden Sonnabend folgt noch die Auswärtspartie gegen den VFC Anklam, dann ist Winterruhe.

„Ich denke, das war die richtige Reaktion auf das miese Ding in Wismar“, sagte Angreifer Denis Schmidt, der sich mit vier Treffern (24./69./75./77. Minute) einmal mehr als wolfshungriger Goalgetter zeigte und zudem die Treffer der Kollegen Alexander Bielesch (27.) und Thomas Stiller (58.) mit vorbereitete. „Jeder hat für jeden gearbeitet, eine starke Teamleistung“, wies der 25-Jährige, dessen jüngerer Bruder Steve passabel auf der Sechser-Position agierte, personengebundenes Heldentum von sich.

Tore, Tempo, Härte, Happyend – für die vielen Friedland-Fans unter den 140 Zuschauern war die Dramaturgie des Kicks perfekt.

Nach einer Phase des Beschnupperns gelang dem Platzherrn ein Doppelschlag. Zunächst ließ Greifswald-Keeper Maik Sadler einen Schmidt-Freistoß durch die Beine rutschen, und nur180 Sekunden darauf blieb TSV-Angreifer Alexander Bielesch – trotz Leistenproblemen im Einsatz – cool und machte das 2:0 klar.

Doch statt an Sicherheit zuzulegen und den Vorsprung zu erhöhen, ließ die Friedland-Elf plötzlich nach. Unverständlich verbreitete sich Nervosität. Und die Gangart wurde rauer. „Habt ihr ’nen Knall?! Mensch, wir führen doch!“, versuchte Innenverteidiger Robert Linse lautstark die Kollegen zur Vernunft zu bringen. Erfolglos.

Kam man in der letzten Viertelstunde der 1. Halbzeit noch mit Glück über die Runden – Greifswalds Topstürmer Tom Fraus traf den Pfosten –, setzte es unmittelbar nach der Pause den 1:2-Anschluss. Felix Gorgas durfte den Ball nach einer Ecke per Kopf ins Netz befördern (47.). Aber die Gastgeber ließen sich moralisch nicht vollends runterziehen, Kapitän Stiller besorgte das 3:1. Indes, die Achterbahn-Fahrt der Gefühle ging weiter: Fraus köpfte den Tabellensiebten aus der Boddenstadt auf 2:3 heran (60.). Wie schon beim ersten Gegentreffer hatte Friedland-Keeper Thilo Mülling daran nicht wenige Aktien.

Nun jedoch verdiente sich die Truppe von Trainer Dahms die Siegzähler. Stand hinten solide, war im Umkehrspiel fix und gefährlich. An den ansehnlichen Offensivkombinationen waren viele TSVler beteiligt. Eine unterhaltsame „Schmiddi“-Show brachte drei weitere Treffer. „Das macht eben einen Torjäger aus. Der behält die Ruhe vor der Kiste und macht, wenn nötig, noch einen Kringel“, lobte Dahms.

Dessen Amtsbruder aus Greifswald, Matthias Martens, verbrachte die letzte halbe Stunde des Spiels reglos auf der Trainerbank sitzend – tiefes Schweigen.

 

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