Fußball:

Melerskis Wunsch: Neun Punkte vor dem Fest

Der polnische Allrounder ist der Einzige von den Neuzugängen bei dem Fußball-Oberligisten 1. FC Neubrandenburg 04, der sich durchgesetzt hat.

Ein schneller Spieler: Der FCN-Allrounder Maciej Melerski (Mitte).
Roland Gutsch Ein schneller Spieler: Der FCN-Allrounder Maciej Melerski (Mitte).

Weihnachtspläne? Habe er noch gar nicht gemacht, stellt Maciej Melerski fest, als er durch die geschmückte Neubrandenburger Innenstadt geht. Was wichtiger ist: „Erst wollen wir noch ordentlich Punkte sammeln, am besten alle neun. Danach kann das Fest kommen.“

Nicht nur für den Allrounder bei Oberligist 1. FC Neubrandenburg 04 klingt das Restprogramm der Hinrunde nach Zähler-Zuwachs: Am Sonnabend zu Hause gegen den Drittletzten Germania Schöneiche (13.30 Uhr), dann beim Vorletzten FC Strausberg und am Nikolaustag daheim gegen Schlusslicht BSV Hürtürkel. Melerski: „Das sind drei Spiele, für die man sich gar nichts anderes vornehmen darf als Siege. Wenn das klappt, kommen wir in der Tabelle vom 8. Platz noch ein Stückchen höher.“ Der 23-jährige Fußballer weiß aber auch, wie es sich manchmal mit Theorie und Praxis verhält. Bittere Erfahrung: „Wir haben uns in einigen Spielen zu viele Fehler geleistet und dadurch Punkte verloren.“

Der junge Kicker aus der Stadt Torun im Zentrum Polens heuerte vor einem halben Jahr beim 1. FCN 04 an und ist der einzige Sommer-Zugang, der sich durchsetzen konnte. Zumal er mit Vielseitigkeit aufwartet: „Meine Lieblingsposition ist und bleibt das Mittelfeld, rechts oder links. Doch als dem Trainer ein Außenverteidiger fehlte und er mich fragte, ob ich mir das zutraue, sagte ich ja.“

Zwischenzeitlich hatte ihn eine Wadenzerrung außer Gefecht gesetzt, aber in den beiden jüngsten Partien gehörte er zur Startelf. Was dem schnellen 1,70-Meter-Mann derzeit nicht gefällt: „Beim Training sind wir viel zu wenige Leute, letztens waren es nur sieben. Arbeit mit dem Ball ist da kaum möglich.“ Auch Übungseinheiten auf Kunstrasen kann er nichts Positives abgewinnen. „Das geht sehr auf die Knie.“ Ein zusätzliches Fitnesspensum spult Melerski mit seinem Landmann und Teamkollegen Adrian Wisniewski ab, der an einer langwierigen Knöchelverletzung laboriert. Die beiden bilden gemeinsam mit Coach Dariusz Kolacki eine WG in einer Drei-Raum-Wohnung im Neubrandenburger Reitbahnviertel.

Maciej Melerski, der einen Berufsabschluss als Masseur hat, spricht passabel Deutsch. „Das habe ich in Hamburg gelernt, wo ich zwei Jahre arbeitete und bei dem Verein Polonia Fußball spielte. Eine gute Zeit.“ Einen Job im Neustrelitzer Post-Frachtzentrum tritt er, wie auch Adrian Wisniewski, am 1. Dezember an. Was bedeutet: Nachtschichten schieben.

Also wieder etwas Neues – und noch vor Weihnachten. Wird er die Festtage im
450 Kilometer entfernten Torun verleben? „So weit muss ich zu meiner Familie gar nicht fahren“, lächelt Maciej Melerski. „Meine Mutter lebt in Ludwigslust, meine Schwester in Hamburg.“ Die sollten auf Besuch eingestellt sein.

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