Kampfkunst:

Selbstverteidigung mitFingerstich und Pferdekuss

Alltagstaugliche Techniken, mit denen man sich bei Angriffen effektiv zur Wehr setzen kann, standen bei einem Lehrgang in Modern Arnis im Mittelpunkt.

Abteilungsleiter Martin Kretzel (rechts) mit dem Vereinskollegen David Geest beim Training mit Rattanstöcken.
Roland Gutsch Abteilungsleiter Martin Kretzel (rechts) mit dem Vereinskollegen David Geest beim Training mit Rattanstöcken.

Hier ein Fingerstich in die Beuge. Dann vielleicht noch einen Pferdekuss. „Und nun das altersgerechte Zu-Boden-Bringen“, schoss Michael Naber, Lizenztrainer aus Wuppertal, die Demonstration einer Abwehrfolge ab und erntete ein kollektives Lachen der Kursteilnehmer. „Altersgerecht“ vor ihm lag der 65-jährige Hamburger Klaus-Dieter Armerding, ebenfalls ein Kampfkunstkönner – und der Senior unter den Anwesenden.

„Die beiden sind hochgraduierte Trainer, und wir sind froh über die Inspiration, die von ihnen für uns alle ausgeht“, flüsterte Abteilungsleiter Martin Kretzel am Rande des bereits dritten Lehrgangs in der Kampfkunst Modern Arnis, den der Verein Asia Sport in seinem Neubrandenburger Dojo am vergangenen Wochenende veranstaltete. Neben den Gastgebern waren Arnis-Anhänger aus Dresden und Berlin dabei. Von fern für zwei Tage angereist, um dazuzulernen.

„Die alltagstaugliche, effektive Selbstverteidigung steht im Mittelpunkt von Modern Arnis. Trainiert wird anfangs vor allem mit Rattanstöcken, um ein Gefühl für Distanz und Krafteinsatz zu bekommen“, erklärte Martin Kretzel. „Dann geht es in den waffenlosen Bereich. Die Techniken sind aber ebenso übertragbar auf Dinge, die man bei sich trägt. Ob Schlüsselbund, Handtasche, Zeitung oder Schuh. Mit all diesen Dingen kann man sich bei Angriffen verteidigen, um schadlos aus heiklen Situationen zu kommen. Wenn man weiß, wie.“ Beim Kurs in der Viertorestadt spielte die Messer-Abwehr eine besondere Rolle.

Es sei nie zu spät, mit dem Modern Arnis zu beginnen, sagte der 49 Jahre alte Kretzel. Das eigene Beispiel: Er selbst habe mit Mitte 30 angefangen. Nunmehr ist er Dan-Träger. Seit acht Jahren leitet der Neubrandenburger die Arnis-Gruppe von Frauen und Männern beim Asia-Sport-Verein. „Wer zu uns kommt, muss keine Kampfsport-Erfahrung haben. Im Gegenteil: Ohne geht man unbelasteter an die Sache.“ Motivierend für viele sei der Fitness-Aspekt.

Modern Arnis, das seine Jahrhunderte alten Ursprünge auf den Philippinen hat, wird nicht wettkampfmäßig betrieben. Darum gilt es als Kampfkunst und nicht als Kampfsport.

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