Komplettes Team verlässt den Sportplatz:

Spielabbruch kann den FCN bis zu 5000 Euro kosten

Die Oberligapartie zwischen dem FC Strausberg und dem 1. FCN 04 hatte ein abruptes, sehr ungewöhnliches Ende gefunden. Das Nachspiel zu diesem Fußballduell hat bereits begonnen.

Szene aus einem früheren Spiel des Fußball-Oberligisten 1. FC Neubrandenburg 04.
Heiko Brosin Szene aus einem früheren Spiel des Fußball-Oberligisten 1. FC Neubrandenburg 04.

Der einmalige Vorgang in Minute 88 wird ein Nachspiel vor dem Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) haben: Kurz vor dem Abpfiff hatten die Spieler des 1. FC Neubrandenburg 04 am vergangenen Sonntag den Platz verlassen und traten anschließend auch nicht mehr an. So musste Schiedsrichter Tim Ziegler gezwungenermaßen diese Oberligapartie in Strausberg beim Stand von 2:1 für den Gastgeber ungewollt für beendet erklären.

Damit bekommt diese Begegnung ein sportjuristisches Nachspiel, das den Verein teuer zu stehen kommen kann. Das Höchstmaß ist eine Geldstrafe von 5000 Euro. Stephan Oberholz, Vorsitzender des NOFV-Sportgerichts, wollte sich noch nicht konkret äußern, deutete aber an, dass, falls sich der Anfangsverdacht für einen verschuldeten Spielabbruch bestätigen sollte, ein Verfahren eröffnet werde. Beide Vereine haben nun fünf Tage Zeit, um eine Stellungnahme abzugeben.

Zwei Sonderberichte, zwei Verfahren

Dabei wird es aller Voraussicht nach sogar zwei Verfahren geben müssen, wie es auch zwei Sonderberichte des Referees gibt. Denn FCN-Trainer Dariusz Kolacki war vom Schiri ohne vorherige Ermahnung auf die Tribüne verbannt worden. Auch das muss nun nachverhandelt werden. "Ein einziges Mal habe ich meinen Unmut zum Ausdruck gebracht - und musste gleich auf die Tribüne. Ja, einen der Absperrkegel habe ich auf die Laufbahn geschossen. Trotzdem halt ich den Platzverweis gegen mich für total überzogen", so FCN-Trainer Dariusz Kolacki. "In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so einen schlechten Schiedsrichter erlebt. Alles, aber auch alles hat er gegen uns gepfiffen."

"Wir gehen da jetzt gemeinsam durch"

Beobachter der Partie schilderten, dass sogar Strausberger Fans vom Foulstrafstoß für die eigene Mannschaft in Minute 35 überrascht waren. "Wir gewinnen gemeinsam, verlieren gemeinsam und gehen jetzt da gemeinsam durch", sagte Coach Kolacki noch. Er stehe natürlich zu seiner Mannschaft.

"Der Schiedsrichter beendet das Spiel - und kein anderer", stellte Joachim Masuch klar. Der Präsident des Landesfußballverbandes von Mecklenburg-Vorpommern betonte noch, dass jeder Verein hinterher, nach dem Abpfiff, Protest einlegen könne. "Ein Spiel auf diese Weise zu beenden, das ist das völlig falsche Signal."

"Ich hätte es nicht so gemacht", sagte auch FCN-Präsident Klaus-Detlef Schnoor, der diese Begegnung nicht live verfolgen konnte. Die Mannschaft habe nun aber mal so entschieden und werde die Konsequenzen tragen müssen. Wenn allerdings nur die Hälfte von dem stimme, was er gehört haben, könne er die Mannschaft trotzdem ansatzweise verstehen. "Es bleibt aber eine Überreaktion." Immerhin habe das Wellen geschlagen. "Die Leute machen sich nach diesem Vorfall wieder mehr Gedanken, auch über die Leistung von Schiedsrichtern."

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