Fußball:

Starker FCN lässt Final-Träume blühen

Fußball-Landespokal: Die Neubrandenburger Oberliga-Kicker hoffen nach dem souveränen Heimsieg über Pommern Greifswald auf Losglück für das Halbfinale.

Zweifacher Torschütze: FCN-Stürmer Petrit Baliu (Mitte).
Eckard Berndt Zweifacher Torschütze: FCN-Stürmer Petrit Baliu (Mitte).

„Gegen Hansa Rostock bitte erst im Endspiel“, wünschte sich Tom Buschke. Bestens gelaunt war der Kapitän, wie all seine Teamkollegen von Fußball-Oberligist 1. FC Neubrandenburg 04 und die230 Zuschauer am Ligaplatz. Der klare 4:0 (2:0)-Heimsieg über den FC Pommern Greifswald im Viertelfinale des MV-Pokalwettbewerbs um den Lübzer-Pils-Cup ließ allgemein Final-(Sieg)-Träume blühen.„Wenn wir ein bisschen Losglück haben und fürs Halbfinale einen Verbandsligisten – also Wismar oder Sievershagen – erwischen, ist nichts unmöglich“, sagte Trainer Jürgen Bogs, der mit Hexenschuss unterwegs war. Er sah den wohl stärksten Saison-Auftritt seiner Mannschaft. Konzentriert, kampfstark, kreuzgefährlich. „Dass wir Fußball spielen können, wusste ich. Dass es so rund läuft, war allerdings nicht zu erwarten“, freute sich Bogs.

Was hilfreich war: Sein Kader war zwar noch nicht ganz vollzählig, aber schon stark bestückt. Die Vierer-Abwehrkette mit Stamm-Innenverteidiger Buschke – in der Liga noch ein Spiel gesperrt – bewahrte die Übersicht. Auch die weiteren Spieler arbeiteten gut nach hinten und nach vorn. Da fiel keiner groß ab.

Die frühe FCN-Führung brachte die Greifswalder, in der Oberliga auf einem respektablen 3. Rang, schön aus dem Konzept. Nach Tomasz Parzys top Seitenwechsel spielte Nick Stövesand mit der Pommern-Defensive Katz und Maus, und Petrit Baliu stocherte der Ball endgültig über die Linie (2. Minute). Der Goalgetter, unter der Woche in einer 26-stündigen Autofahrt von der Beerdigung seines Vaters aus dem Kosovo zurückgekehrt, war heiß auf weitere Treffer, aber auch etwas eigensinnig. So übersah er kurz darauf den besser postierten Fleiß-„Zehner“ Michael Gaede und verdattelte eine Chance.

Die Gäste-Elf enttäuschte komplett. Coach Eckart Märzke: „Wir haben hinten Kindergartenfehler gemacht und uns hier vorführen lassen. Spiele, in denen es körperlich zur Sache geht, liegen meiner jungen Mannschaft nicht. Und dem einen oder anderen Spieler scheint wohl unsere gute Oberliga-Platzierung zu Kopf gestiegen zu sein.“

Bis auf zehn Druck-Minuten, in denen der Hausherr auch mal Dusel brauchte, sah der Pommern-Fußball ziemlich mau aus. Als FCN-Außenbahnrenner Daniel Nawotke nach einer gut getimten Toni-Schmidt-Flanke per Kopf das 2:0 (34.) besorgte hatte, kriegte die Märzke-Truppe totale Pleiten-Panik.

Die 2. Halbzeit gehörte weitgehend dem Gastgeber. Nawotke mit beherztem Einsatz (64.) und Baliu, freigespielt vom eingewechselten Michael Freyer (76.), sorgten für den satten 4:0-Vorsprung. Der reichte dicke.

Zwei Doppel-Torschützen. Daniel Nawotke, der schon den 1:0-Siegtreffer im Derby gegen den Torgelower SV Greif erzielt hatte, war happy. „Wenn es läuft, läuft es. Weil ich jetzt öfter mal in die Mitte ziehen kann, ergeben sich mehr Torchancen für mich. Unser Sieg ist verdient, auch in der Höhe. Wir müssen nun die Euphorie mit in die letzten drei Oberliga-Spiele der Hinrunde nehmen.“

Und wohin geht es am kommenden Sonnabend? – Ausgerechnet zum FC Pommern Greifswald. Trainer Jürgen Bogs: „Das wird ein ganz anderes Spiel, zumal die Greifswalder einiges gutzumachen haben.“

1. FCN 04: Walter – Pilypas, Riechert, Buschke, Träger – Schmidt, Parzy – Stövesand (46. Freyer), Nawotke – Gaede (72. Mayer) – Baliu (81. Jozwiak).