Fußball:

Üble FCN-Aussetzer machen Malchower zu Derby-Siegern

Fußball-Oberliga: Die Neubrandenburger Spieler leisteten sich den ersten richtigen Grottenkick in dieser Saison. Am Ende gab es lange Gesichter.

Michael Freyer (Mitte rechts) hatte die Neubrandenburger in Front geschossen.
Roland Gutsch Michael Freyer (Mitte rechts) hatte die Neubrandenburger in Front geschossen.

„Selbst erschossen.“ Knackig fasste Abwehrchef Tom Buschke zusammen, wie es zu der 1:3 (1:1)-Heimpleite von Fußball-Oberligist 1. FC Neubrandenburg 04 gegen den Malchower SV 90 gekommen war. Am Feiertags-Freitag gab es Derby-Geschenke für den Gast, in puncto Fußball Einheitsbrei. „Durch grobe Patzer haben wir uns zwei Gegentore eingehandelt“, stellte FCN-Trainer Dariusz Kolacki nach dem ersten richtigen Grottenkick und der zweiten Niederlage seines Teams in dieser Saison fest.

Gemeint war ein Missverständnis zwischen dem unsicheren Keeper Maik Bromund und Innenverteidiger Kevin Riechert, das die Malchower zum 2:1 und auf die Siegerstraße brachte (62. Minute). Atwoundza Etogo Essama war dann auch der Schütze zum 3:1 (81.), diesmal durfte der MSV-Stürmer ungestört einen Nachschuss verwerten.

„Unser Stammtorhüter Alex Walter ist noch verletzt, und Maik Bromund war ein Trainingsdefizit anzumerken“, so Coach Kolacki. Einige weitere Spieler gingen erkältet in die Partie. Auch Christoph Fischer, eine Säule im FCN-Spiel, saß kränkelnd zunächst auf der Reservebank.

Nach dem Abpfiff: Lange Gesichter bei den meisten der 378 Zuschauer. „Weil die Niederlage völlig unnötig war“, ärgerte sich Offensivmann Michael Freyer. Der hatte anfangs für Festtagsstimmung gesorgt. Eine schwache Kopfball-Abwehr des Malchowers Gordon Grotkopp nutzte er mit einem Volleyknaller zum Neubrandenburger 1:0 (17.). Die Sache schien ihren geplanten Lauf zu nehmen. Doch denkste! Kurz darauf ließ Gäste-Kicker Alexander Fogel mit einem Freistoß in den rechten Torwinkel – Marke „Tor des Monats“ – staunen, 1:1 (22.). „Das war kein Zufall, Alex hat einen klasse rechten Huf“, teilte MSV-Trainer Christopher Stoll mit.

Es folgte eine Rest-Halbzeit, die ob ähnlicher Spielanlagen beider Teams – Sicherheit geht vor! – kaum noch Highlights bot. Die Inselstädter hatten etwas öfter den Ball, die Viertorestädter etwas öfter Torchancen.

„Nach der Pause wollten wir dann noch echt was reißen. Aber das ging in die Hosen“, so Freyer. Stimmt. Der zweite Durchgang war ein Graus. Was er brachte: Die Erkenntnis, dass die Konkurrenz den Neubrandenburger Stürmermangel für sich auszubeuten versteht. Und eine Gelb-Rote Karte für Denny Meincke (86.).

1. FC Neubrandenburg 04: Bromund - Meincke, Riechert, Buschke, Hantke - Hecht
(64. Fischer), Schmidt - Kühl, Freyer, Melerski (71. Pretzer) - Nawotke.