Drachenbootsport:

Vision wird wahr: Sommerhaus für „Drachen“

Die Drachenboot- und Outrigger-Aktiven des SC Neubrandenburg bekommen eine Heimstatt, die ihresgleichen in der Region sucht.

Der Flachbau am Neubrandenburger Oberbach wird zu einem Drachenboot-Zentrum.
Roland Gutsch Der Flachbau am Neubrandenburger Oberbach wird zu einem Drachenboot-Zentrum.

„Wir können bauen!“ Stefan Schewe hatte einfach nicht bis zur nächsten Pause beim Landessporttag in Güstrow warten können und die frohe Botschaft – heimlich unterm Tisch – mit flotten Handy-Tastenfingern den Drachenboot-Freunden in der Heimat verkündet. „Es gab bei der Abstimmung hier von den Delegierten keine Gegenstimme zu unserem Projektantrag. Die Förderung des LSB steht!“, tippte der Wassersport-Abteilungsleiter vom SC Neubrandenburg.

Wenn alles planmäßig läuft, könnte der Viertorestädter Club Mitte 2016 über ein Drachenboot-Zentrum verfügen, das seinesgleichen in der Region sucht. Zu einem Sommerbootshaus soll ein Flachbau umgebaut werden, der sich in der Schillerstraße auf einem 3500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen den Bootsschuppen-Reihen am Oberbach befindet. „Ideal gelegen. Bis zur Tollensesee-Einfahrt ist es nicht weit, sodass die großen Pötte den Verkehr auf dem Bach wenig stören würden“, sagte Schewe bereits Ende Juli, als die Sache noch eine schöne Vision war.

Nun ist man der Umsetzung einen Riesenschritt näher: Beim Landessporttag, höchstes Gremium des Landessportbundes (LSB), wurde die Landesförderung von knapp 150 000 Euro genehmigt. „Bei der ersten Antragsstellung damit durchzukommen, ist super. Ein bisschen Glück war dabei. Einige andere Anträge wurden zurückgezogen, und wir hatten in Güstrow starke Befürworter“, erzählte Schewe.

Der SC Neubrandenburg hat das Areal mit dem in den 1960er Jahren errichteten Gebäude bis Ende 2038 gepachtet – Voraussetzung für das Beantragen von Fördergeldern. Das Projekt kostet insgesamt rund
330 000 Euro. Die Kommune soll mit gut 90 000 Euro dabei sein, knapp 90 000 kommen vom Verein. Den ersten Spatenstich wird es geben, „wenn der erste Frost aus dem Boden ist. Also Ende Februar, Anfang März 2015. Zunächst müssen die Leitungen gelegt werden“, so der Abteilungsleiter.

Der SCN sieht sich zum Handeln gezwungen. Die 226 Drachenboot- und Outriggersportler des Vereins nutzen die Trainingsstätte „Oberbach – Sportzentrum“ mit. „Die ist aber vorrangig für den Kanurennsport im Elitebereich vorgesehen“, berichtete Stefan Schewe, dass da Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen. „In den Hoch-Zeiten treten sich die Leute gegenseitig auf die Füße.“

Darum bekommen die „Drachen“ nun ein neues Zuhause. Wer zu DDR-Zeiten in der Region als förderungswürdiges Paddel-Talent bewertet wurde, kennt das Gelände als Kanu-Trainingszentrum, TZ genannt. Dass es dort kein Klo und keine Duschen gab, war unangenehme Realität. Schewe: „Das Gebäude wurde seinerzeit im halbfertigen Zustand übergeben.“ Entsprechend stehen nun Baumaßnahmen im Sanitärbereich an. Neben Toiletten, Duschen, Umkleiden ist eine Bootslagerhalle geplant, die zugleich als Vereinsraum zu nutzen ist und per Terrasse in Richtung Oberbach erweitert werden kann.

Unter diesen verbesserten Bedingungen hofft der SCN, der aktuell sieben Drachenboot-Teams hat, an die großen Erfolge bei WM, EM und nationalen Meisterschaften anzuknüpfen. Der Breitensport wird gleichermaßen bedacht. Stefan Schewe: „Wir wollen uns nicht abkapseln. Firmen, Schulen, Freizeit-Mannschaften, wer immer aus Neubrandenburg oder der Umgebung Drachenboot fahren möchte, wird hier die Gelegenheit dazu bekommen.“

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