Schach:

Schach-Talent vor Saison-Höhepunkt

Aaron Breß vom SAV Torgelow steht vor seiner größten Herausforderung als Denksportler.

Schach-Duell im Wohnzimmer: Aaron und Carsten Breß.
Thomas Krause Schach-Duell im Wohnzimmer: Aaron und Carsten Breß.

Kleiner Mann auf großer Reise: Aaron Breß macht sich morgen mit seinem Vater Carsten Breß auf die Reise nach Sebnitz. Dort, in der sächsischen Stadt, steht der Achtjährige vor der größten Herausforderung in seiner noch jungen Laufbahn als Schachspieler.

Etwa 70 Denksportler aus Deutschland, Polen und Tschechien kämpfen von Montag an eine Woche bei der 8. Offenen Schachmeisterschaft der Altersklasse U8 um den Sieg. Mecklenburg-Vorpommern ist durch einen Rostocker und Aaron Breß vom SAV Torgelow vertreten. Da es in diesem Altersbereich keine Titelkämpfe gibt, gilt der Wettkampf als inoffizielle Deutsche Meisterschaft.

„Ich bin schon etwas aufgeregt“, erzählt Aaron und ergänzt sogleich mit einem herzhaften Lachen: „Aber dafür habe ich ja eine Woche keine Schule.“ Begleitet wird er in der kommenden Woche von seinem Vater und Trainer Michael Ehlers. Im Schnitt zwei Partien pro Tag muss der Achtjährige spielen.

„Bedenkt man, dass ein Spiel etwa zweieinhalb Stunden dauern kann, weiß man, was auf ihn zukommt“, sagt Carsten Breß. Und die Konkurrenz sei groß, das Turnier werde durch die Schachtalente aus Polen und Tschechien noch aufgewertet.

Für Aaron Breß ist die Teilnahme an dem Riesen-Turnier in Sebnitz der vorläufige Höhepunkt seiner jungen Laufbahn. Mit sechs saß er das erste Mal an einem Schachbrett – bei der AG Schulschach. Norbert Bauer, Trainer beim SAV Torgelow, erkannte sehr schnell das außergewöhnliche Talent des Knirpses und holte ihn in den Verein. „Beim Schulschach hatte Aaron am Ende oft ohne Dame und Türme gespielt und dennoch gewonnen“, erzählt Vater Breß.

Gerade Meister geworden

Inzwischen gehört Aaron zu den erfolgreichsten Denksportlern beim SAV, er gewann bereits einige Turniere. Zuletzt setzte er sich die Landesmeister-Krone Mecklenburg-Vorpommerns auf – sein bis dahin größter Erfolg. Im Training spielt Aaron fast nur gegen Ältere wie Mikael Isperian (U18), in seinem Altersbereich fehlt einfach die Konkurrenz. Beim SAV gehört der Achtjährige zudem zum U16-Landesliga-Team.

An eine große Karriere im Schachsport denkt man im Hause Breß in Vogelsang-Warsin aber nicht. „Wir lassen das alles erst einmal laufen, Aaron soll vor allem Spaß haben. Das Entscheidende ist die Schule“, sagt Carsten Breß. Er und seine Frau Dana begleiten ihren Filius, der nebenbei noch Fußball in der F-Jugend des Torgelower SV Greif spielt und Klavierunterricht nimmt, so oft es geht zu den Wettkämpfen und sind dabei meist mehr aufgeregt als der Sohnemann.

Carsten Breß ist immer wieder erstaunt, wie geschickt sich sein Sohn bei Turnieren oft aus scheinbar ausweglosen Situationen befreit. „Dann überlegt er zehn Minuten, haut dann einen Zug raus und gewinnt noch.“

Beim Mammut-Turnier in Sebnitz ist die Erwartungshaltung jedoch bescheiden. „Wenn ich unter die ersten 20 kommen könnte, wäre ich sehr zufrieden“, sagt Aaron. Dass es schwer wird, wissen alle im Umfeld.

„Da sind wirklich die Besten am Start mit DWZ-Werten von 1400“, verdeutlicht Carsten Breß. DWZ steht für Deutsche Wertungszahl, die die Spielstärke der Spieler vergleicht. Aaron Breß weist eine DWZ von 1022 auf und liegt damit in seiner Altersklasse auf Platz 15 in Deutschland.

Wie auch immer die Meisterschaft für den kleinen Mann aus Vorpommern ausgeht, eine Erfahrung fürs Leben wird die Teilnahme an dem internationalen Turnier auf jeden Fall sein. „Aaron soll das Ganze einfach genießen“, sagt sein Vater.

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