Extremsport:

Strasburger meistert 45-Stunden-Lauf

Der Strasburger Extremsportler Rolf Gürtler hat schon viele Laufabenteuer erlebt. Jetzt hat er ein weiteres Kapitel hinzu gefügt.

Der Strasburger Rolf Gürtler (rechts, hier beim Deichlauf in Mönkebude) meisterte einen Ultra-Trail.
Simone Röhl-Krause Der Strasburger Rolf Gürtler (rechts, hier beim Deichlauf in Mönkebude) meisterte einen Ultra-Trail.

Der Mann ist 62 und liebt immer noch die große sportliche Herausforderung. Ein einfacher Marathon, von denen er inzwischen mehr als 100 absolviert hat, ist für Rolf Gürtler dabei fast ein Klacks. Er mag das Extreme: einen Ultralauf über 100 Meilen oder den Rennsteiglauf über 72 Kilometer. Jetzt hat der 62-Jährige ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Der Strasburger startete beim Ultra-Trail du Mont Blanc. Der Lauf gilt als einer der anspruchsvollsten Bergmarathons der Welt. Auf einer Strecke von insgesamt 168,7 Kilometern führt er entgegen dem Uhrzeigersinn durch Frankreich, Italien und die Schweiz.

Die Athleten umrunden dabei das gewaltige Mont Blanc-Massiv. Start und Ziel sind in Chamonix. „Während des Laufes gibt es viele extreme Situationen, du musst gegen die Müdigkeit, Erschöpfung und gegen persönliche Ängste ankämpfen. Entscheidend ist dein Kopf, du musst mental auf den Lauf eingestellt sein“, erzählt der Strasburger.

Die Bedingungen sind hart: In weniger als zwei Tagen (maximal 46 Stunden) gilt es für die Teilnehmer, knapp 9600 Höhenmeter zu bewältigen und sich unter härtesten Bedingungen in so genannter Teil-Autonomie zurechtzufinden. „Kraft tanken kann man nur an wenigen offiziellen Stationen, den Rest der Zeit bist du auf die eigene Versorgung angewiesen“, erzählt Rolf Gürtler.

Während des Rennens müssen die Aktiven verschiedene Kontrollzeiten erreichen, sonst ist der Lauf für sie an der Stelle zu Ende. „Jeder Sportler muss zudem in seinem Laufrucksack eine Notausrüstung mitführen, um jederzeit auf Wetterveränderungen reagieren zu können“, erklärt Rolf Gürtler.

Der Sieger in diesem Jahr, der Franzose Xavier Thevenad, kam nach 20:34:57 Stunden ins Ziel. Rolf Gürtler, einer von drei Deutschen im Feld, erreichte Chamonix nach gut 45 Stunden – müde, aber überglücklich. „Es hat alles gepasst. Die Fußsohlen taten zwar etwas weh, aber ansonsten hatte ich während des Laufes keine Probleme“, erzählt er.

Der Ultra-Trail sei ein Erlebnis gewesen, das einem niemand nehmen könne. Betreut wurde Gürtler von seiner langjährigen Lauffreunden Achim Lorenzl und Dieter Bargel.

Um überhaupt am Ultra-Trail du Mont Blanc teilzunehmen, musste der Strasburger in den vergangenen zwei Jahren Qualifikationsläufe absolvieren, um die geforderten Punkte für eine Startberechtigung zu bekommen. Diese hatte Rolf Gürtler in dieser Saison erstmals erreicht. Insgesamt starteten bei dem Bergmarathon 2462 Läufer. Rolf Gürtler belegte am Ende Platz 1652.

In den nächsten Tagen will sich der Extremsportler erst ein Mal Ruhe gönnen. Der nächste Wettkampf ist aber bereits geplant. Am 12. Oktober will der Strasburger den Brocken-Marathon absolvieren – aber das sind ja nur 42,195 Kilometer.  Für Rolf Gürtler ist das ein Klacks.

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