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Manchmal darf es aber auch Schokolade sein

VonPaulina JasmerVon Paprika bis Quark und Weintrauben – Drittklässler der Grundschule Ost zelebrieren ein gesundes Frühstück. Dabei wissen sie um die ...

Die Jungen der Klasse 3c wollen Gesundes unter die Leute bringen.[KT_CREDIT] FOTOS (4): P. jasmer

VonPaulina Jasmer

Von Paprika bis Quark und Weintrauben – Drittklässler der Grundschule Ost zelebrieren ein gesundes Frühstück. Dabei wissen sie um die kleinen Verlockungen im Alltag.

Neubrandenburg.Kleine Sünden kennt Justine Bengelsdorf (9) aus Neubrandenburg. Die sind ungesund und machen dick. Aber an Gummibärchen komme sie nur schwerlich vorbei, gesteht sie. Und auch Paul Koppitsch sagt ehrlich: Eine kleine Tafel Vollmilchschokolade sei schon was Feines.
Dass Süßigkeiten und Knabbereien aber nicht immer so gut sind, darüber wissen die Drittklässler der Grundschule Ost seit Kurzem Bescheid. Im Unterricht haben sie mit ihrem Klassenlehrer Jörg Frank über die Sinne gesprochen und kamen dabei auch auf das Thema Ernährung. Das Ergebnis: „Alles, was gut und lecker aussieht, das schmeckt uns auch“, so der Lehrer, der sich von der schnöden Theorie allein verabschiedet hat.
Er wollte die Kinder selber machen, sich ausprobieren und gesundes Essen zubereiten lassen. Dafür haben die Schüler an einer Aktion teilgenommen und über das Unternehmen Kerrygold 80 Euro bekommen. Brot, Wurst und Gemüse wurden davon gekauft, um für die Mitschüler Stullen zu schmieren. Das ist allein aber noch nicht alles: Zwei Omas und drei Mütter, plus viele andere Helfer, machen sich auch an die Arbeit und kredenzen Obstspieße mit Mango und Melone oder Apfel-Marienkäfer mit Traubenkopf.
Diese Köstlichkeiten gibt es in der ersten großen Hofpause für die vielen Schüler der Einrichtung.
Beim Gang entlang des meterlangen Buffets ist aber auch schnell klar: Süßes ist ebenso im Angebot, wenn auch nur ganz sparsam. So sind die selbst gemachten Waffeln beispielsweise gar nicht so eine Kalorienbombe, denn sie sind aus Haferflocken. Die kleinen Muffins bringen indes wirklich ein paar mehr Punkte aufs Kalorienkonto. „Aber ein bisschen darf es ja sein, eben nur in Maßen“, sagt Paul Koppitsch, der aber beim Frühstück lieber zur Mandarine greift. Man müsse bewusst auswählen, was man da so in sich hinein schaufelt. Dann steht der Balance nichts mehr im Weg.
Übrigens: Die Teller, auf denen die Stullen liegen – mit fantasievollen Namen wie „Dr. Quarkklecks“ oder „Scharfe Scheibe“ sind am Pausenende ratzekahl leer gefegt. Gutes kann eben wirklich so gut schmecken.

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p.jasmer@nordkurier.de