Politischer Aschermittwoch in Demmin:

Vor der Kanzlerin kommen die Spürhunde

Der Politische Aschermittwoch ist nicht nur für die Organisatoren eine Herausforderung, sondern auch für die Sicherheitskräfte. Die Vorbereitungen beginnen schon Wochen im Voraus – im Geheimen.

Das ist der Kritische Moment für die Personenschützer: die Autogrammstunde mit Angela Merkel.
Archiv/Georg Wagner Das ist der Kritische Moment für die Personenschützer: die Autogrammstunde mit Angela Merkel.

Wenn der Politische Aschermittwoch endet, herrscht bei den Personenschützern Alarm. Denn bevor die Bundeskanzlerin die Halle verlässt, drängt sich die Menge an ihrem Tisch. Die Absperrung des ViP-Bereiches fällt:  Autogrammstunde mit Angela Merkel – die Besucher fast auf Tuchfühlung mit der Regierungschefin. So nahe kommen ihr die Gäste vorher den ganzen Abend über nicht. In den Gesichtern der Männer mit dunklen Anzügen und Knopf im Ohr, die immer in ihrer Nähe sind, spiegelt sich die erhöhte Konzentration.

Was so in den vergangenen Jahren ablief, wird Mittwoch Abend wohl nicht anders sein. Bedeutet es für die Sicherheitsleute eine verschärfte Sicherheitslage in einer Zeit, in der Terror-Anschläge wie in Paris oder Kopenhagen die Welt erschüttern? Im Bundeskriminalamt (BKA), das verantwortlich ist für die Sicherheit der Kanzlerin, gibt man sich bedeckt. Über solche Dinge rede man grundsätzlich nicht, heißt es dort, auch nicht über Details wie die Zahl der Beamten, die über Leib und Leben der Kanzlerin wachen. Zu sensibel das Ganze.

Leibesvisitationen sind Pflichtprogramm

Vorbei sind aber die Zeiten, als Angela Merkel „nur“ als Bundesvorsitzende der CDU nach Demmin kam. Natürlich gab es auch zu der Zeit Ordner im Saal, stand draußen Polizei. Doch 2006 – Angela Merkel war gerade erst ein paar Monate Bundeskanzlerin – verschärften sich die Sicherheitsvorkehrungen. Am Besuchereingang standen die Gäste erstmals Schlange wegen Kontrollen, Pressefotografen mussten Leibesvisitationen hinnehmen. Auch über den genauen Anfahrtsweg der Kanzlerin ist kaum etwas zu erfahren. Ihr Hubschrauber soll schon auf dem früheren Rübenlagerplatz gelandet sein, als dort noch keine Photovoltaik-Anlagen standen, ebenso in Wotenick und im Stadion der Jugend.

Genaues aber weiß man nicht und auch die örtliche Polizei gibt sich wortkarg etwa hinsichtlich ihres Kräfteeinsatzes. Sie sei „im Rahmen des Veranstaltungsschutzes involviert und entsprechend vorbereitet“, so die Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg, Karen Lütge. „Alle Aspekte werden in die Gefahrenprognose einbezogen.“ Mögliche Attentate beispielsweise.

Nach den Spürhunden wird die Halle versiegelt

Das sagt Karen Lütge zwar nicht, doch die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass dezent im Hintergrund für Demminer Verhältnisse umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen schon im Vorfeld laufen. Bereits Wochen vor der Veranstaltung gibt es erste Absprachen der Beteiligten, am Veranstaltungstag selbst nehmen Sicherheitsleute die Halle genau unter die Lupe, unter anderem mit Hilfe von Sprengstoffspürhunden. Anschließend wird sie versiegelt bis zum Einlass.

Angesichts dessen gibt sich die Hotel- und Hallenleiterin Monika Rosemeyer gelassen. „Ich denke, wir werden sicher sein“, sagt sie, während sie am Dienstag den Einsatzplan für ihre Kellner ausarbeitet. Weniger geheim, doch dafür umso lautstärker läuft dort der Technik-Aufbau für den Aschermittwoch. Bühne und Kamerapodest müssen errichtet, Scheinwerfer und LED-Wand installiert werden. Dazwischen decken Hilfskräfte die Tische mit Hunderten Metern Papiertischdecken mit CDU-Emblem ab. Monika Rosemeyer bringt das nicht aus der Ruhe. Sie macht es nicht um ersten Mal. „Nach so vielen Jahren“, sagt sie, „kennt man das schon.“

 

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