Abriss am AKW Lubmin:

100 Meter hoher Schornstein wird demontiert

1990 wurde das Kernkraftwerk Lubmin vom Netz genommen. Nach dem Ausbau der Reaktoren und dem Rückbau der kerntechnischen Anlagen verliert der Atommeiler jetzt seine prägnante Silhouette.

Am Kernkraftwerk Lubmin beginnt heute der Abriss des ersten der vier Schornsteine.
Stefan Sauer Am Kernkraftwerk Lubmin beginnt heute der Abriss des ersten der vier Schornsteine.

Mehr als 20 Jahre nach der Stilllegung beginnt heute am Kernkraftwerk Lubmin der Abriss des ersten der vier knapp 100 Meter hohen Schornsteine. Damit werde der Rückbau des Kernkraftwerks nun auch nach außen sichtbar, sagte die Sprecherin der Energiewerke Nord, Marlies Philipp. Ziel sei es, alle radioaktiv belasteten Materialien und den Beton aus den KKW-Anlagen bis 2028 zu entfernen. Wann und durch wen die Reaktorgebäude abgerissen werden, sei bislang nicht zu sagen, sagte Philipp weiter.

Antrag auf weiteren Abriss gestellt

Auch der Schornstein - ein Abluftkamin, in dem über Jahrzehnte die Luft gefiltert und an die Umgebung abgegeben wurde - war an der Innenseite radioaktiv belastet. Seit Frühjahr 2015 hatte ein Spezialunternehmen den Beton gereinigt - zunächst mit Staubsauger und Bürsten, später mit Abschleifen, wie Philipp erklärte. Anschließend habe das Innenministerium am 9. August die Genehmigung zum Abriss des Schornsteins erteilt. Der erste von vier Schornsteinen soll innerhalb von 14 Tagen durch ein Recycling-Unternehmen zurückgebaut werden. Ein Antrag auf Abriss des zweiten Schornsteins sei bereits gestellt.

Die bundeseigenen Energiewerke Nord als Eigentümer gehen nach eigener Kostenschätzung aktuell von Gesamtkosten in Höhe von 6,6 Milliarden Euro für den Abriss der DDR-Atommeiler in Lubmin und Rheinsberg (Brandenburg) aus.

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