Toter nach Feuer in Rostock:

14 Jahre Haft für Brandstifter

Er bestritt während des gesamten Prozesses seine Schuld. Der Richter glaubte ihm nicht. Aus Eifersucht soll ein 46-Jähriger ein Haus angezündet haben und damit für den Tod eines 62-Jährigen verantwortlich sein.

Flammen einer Kerze hätten auf herumliegende Decken und Kleider übergegriffen und so für den Brand gesorgt.
Julian Stratenschulte Flammen einer Kerze hätten auf herumliegende Decken und Kleider übergegriffen und so für den Brand gesorgt.

Wegen schwerer Brandstiftung mit Todesfolge hat das Landgericht Rostock einen 46-jährigen Mann zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es am Montag als erwiesen an, dass der Mann im Juli 2014 in der Rostocker Innenstadt aus Eifersucht und Wut über die Trennung von seiner ehemaligen Lebensgefährtin ein Feuer gelegt hat. Dabei habe er den Tod des schlafenden Hauseigentümers billigend in Kauf genommen. Der Angeklagte hatte die Tat bestritten, seine Verteidigerin auf Freispruch plädiert. Es gebe keinen Beweis für dessen Täterschaft, sagte sie und kündigte an, Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den vorbestraften Mann 15 Jahre Haft verlangt. Die von ihr ebenfalls geforderte anschließende Sicherungsverwahrung lehnte das Gericht ab. Eine Therapie im Rahmen der Sicherungsverwahrung sei aussichtslos. Der Täter habe schon 25 Jahre seines Lebens in Haft gesessen, alle Therapieversuche im Gefängnis seien erfolglos geblieben. Der Mann leide unter einer Persönlichkeitsstörung, sagte der Richter.

Unfall mit Kerze nicht ausgeschlossen

Während des Prozesses hatte ein Brandsachverständiger ausgesagt, dass im Erdgeschoss, wo die ehemalige Lebensgefährtin wohnte, Kerzen angezündet worden waren. Deren Flammen hätten auf herumliegende Decken und Kleider übergegriffen und so für den Brand gesorgt. Im oberen Geschoss schlief der 62-jährige Hausbesitzer, der an den Folgen einer Rauchvergiftung starb.

Die Verteidigerin schloss in ihrem Plädoyer einen Unfall nicht aus. In dem Haus sei der Strom abgeschaltet gewesen, die Hausbewohner hätten mit Kerzen und kleinen Kochstellen gearbeitet. Auch könne von Eifersucht keine Rede sein, da ihr Mandant eine neue Beziehung zu einer anderen Frau aufgenommen habe.

Nach Überzeugung des Gerichts wollte der 46-Jährige mit dem Feuer seiner Freundin schaden. Diese aber war in der Tatnacht gar nicht im Haus. Der Richter warf dem Angeklagten zudem vor, seine Mutter zu einer Falschaussage verleitet zu haben. Die Mutter habe dem Haftrichter gesagt, dass ihr Sohn die ganze Nacht bei ihr gewesen sei. Im Prozess machte sie dann von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

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