Wolgaster gehen auf die Straße:

800 Menschen demonstrieren für Krankenhaus-Erhalt

Wenn es um ihre medizinische Versorgung geht, zeigen Menschen Flagge. So auch in Wolgast, wo es teils scharfe Kritik an Umstrukturierungsplänen gibt.

Für den Erhalt des Krankenhauses Wolgast demonstrierten am Sonnabend mehr als 800 Menschen.
Stefan Sauer Für den Erhalt des Krankenhauses Wolgast demonstrierten am Sonnabend mehr als 800 Menschen.

Mehrere Hundert Menschen haben in Wolgast für den Erhalt des dortigen Krankenhauses mit allen bestehenden Abteilungen protestiert. Mit Plakaten wie „Wir wollen unser Krankenhaus zurück“ zogen sie am Samstag durch die Stadt. Die Veranstalter sprachen von 1200 Demonstranten, die Polizei zählte 800 Teilnehmer. In der Kritik stehen die Umstrukturierungspläne der Universitätsmedizin Greifswald, die Gesellschafterin des Kreiskrankenhauses Wolgast ist.

Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Kreiskrankenhauses wirft dem Greifswalder Klinikum vor, rund 2000 Patienten von Wolgast nach Greifswald abgezogen zu haben, um eigene Verluste zu verringern. „Wir wollen kein geriatrisches Versorgungszentrum werden, sondern als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit allen Abteilungen erhalten bleiben“, sagte der Sprecher der Initiative, Peter Freygang.

Verlust von zwei Millionen Euro erwirtschaftet

Die Leitung der Unimedizin weist die Vorwürfe des „Patientenklaus“ zurück. Aus dem Kerngebiet Wolgast und Usedom seien rund 600 Fälle verlorengegangen, davon nur 90 an das Klinikum in Greifswald. „Wir haben vor allem im zweiten Halbjahr 2014 in Wolgast deutlich weniger Einweisungen als üblich gehabt“, sagte der Ärztliche Direktor Thorsten Wygold. Zudem habe es auffallend mehr Verlegungen von Wolgast in andere Krankenhäuser gegeben, von denen nur ein geringer Teil nach Greifswald ging. Die Situation werde derzeit analysiert.

Das Krankenhaus Wolgast hat im vergangenen Jahr einen Verlust von zwei Millionen Euro erwirtschaftet. Das neue Konzept sieht neben dem Ausbau der Geriatrie und einer interdisziplinär ausgerichteten Versorgung von Senioren auch eine Verkleinerung der Station für Innere Medizin vor. Außerdem soll die Notfallambulanz wegen der hohen Fallzahlen im Sommer erweitert und möglicherweise um einen neuen Gesundheitsstützpunkt auf Usedom ergänzt werden.

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