Behörden merkten nichts:

9000 Öko-Hühner zu viel im Stall

Knapp 15.000 Legehennen durfte ein Öko-Landwirt bei Rostock halten, tatsächlich waren es 24.000. Anwohner hatten nachgezählt und die Behörden informiert.

Bei Öko-Hühnerbetrieben müssen die Tiere viel Platz haben.
Nestor Bachmann Bei Öko-Hühnerbetrieben müssen die Tiere viel Platz haben.

Die Agrarbehörden in Mecklenburg-Vorpommern haben offenbar keinen kompletten Überblick über die Lage in der Öko-Landwirtschaft. Agrarminister Till Backhaus (SPD) bestätigte am Donnerstag im Landtag einen Fall in der Nähe von Rostock, wo ein Bio-Landwirt rund 9000 Legehennen mehr in seinen Ställen hielt als laut Baugenehmigung erlaubt waren. Genehmigt waren demnach 14 800 Tiere, Anwohner zählten jedoch 24 000.

Der Landkreis verhängte ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen die Baugenehmigung. Backhaus sagte im Landtag, gegen die EU-Öko-Verordnung habe der Landwirt nicht verstoßen. Jedes Tier habe die nötige Mindestfläche gehabt.

Die Linke im Parlament bezweifelt, dass die zuständigen Behörden ausreichende Kenntnisse über die Lage in der Öko-Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns haben. Der agrarpolitische Sprecher Fritz Tack zeigte sich erstaunt darüber. Im März 2013 hatte das Agrarministerium ein zeitweises Vermarktungsverbot für Öko-Eier und Öko-Schlachttiere aus vier Hühnerställen im Nordosten verhängt. Die Tiere hatten nicht genügend Auslauf im Freien. Nach diesen Fällen hatte Backhaus intensivere Kontrollen von Biobetrieben angekündigt.

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