Großeinsatz gegen Autobahn-Rehe:

A20 am Mittwoch bis zu acht Stunden gesperrt

Seit Monaten gefährdet eine Gruppe Rehe den Verkehr auf der A20 bei Rostock. Erst sollten die Tiere geschossen werden. Doch es gab Widerstand aus dem Umweltministerium. Nun sollen fast 40 Leute in einem Großeinsatz die Rehe aufs offene Feld treiben.

Ab 9 Uhr heißt es auf der A20 zwischen Dummersdorf und Sanitz: Nichts geht mehr.
Carsten Rehder Ab 9 Uhr heißt es auf der A20 zwischen Dummersdorf und Sanitz: Nichts geht mehr.

Für die Autobahn-Rehe von der A20 bei Rostock soll die Zeit des Grasens an der Schnellstraße am Mittwoch ein unblutiges Ende finden: Die Tiere, die dort seit Monaten immer wieder das zarte Grün vom Randstreifen zupfen und so den Verkehr gefährden, sollen mit einer Treibjagd ohne den Einsatz von Waffen verscheucht werden. Fast 40 Jäger und Mitarbeiter der Straßenmeisterei sollen nach Angaben des Verkehrsministeriums im Einsatz sein. Die Autobahn soll dazu ab 9 Uhr für bis zu acht Stunden auf etwa 15 Kilometern Länge zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz komplett gesperrt werden.

Zunächst sollten die Rehe vor eineinhalb Wochen erlegt werden. Doch dagegen gab es Widerstand aus dem Umweltministerium.

Vier Rehe auf einem drei Kilometer langen Abschnitt

In der Nacht zu Dienstag sind dem Umweltministerium zufolge Wildbiologen mit einer Wärmebildkamera das Autobahnstück abgefahren. Beim Scannen der Böschung stellten sie vier Rehe auf einem drei Kilometer langen Abschnitt fest, wie eine Sprecherin sagte. In der Nacht zu Mittwoch soll das Scannen wiederholt werden.

„Sobald der Standort der Rehe erneut ausgemacht wurde, werden die Zäune im betreffenden Autobahnabschnitt links und rechts auf einer Länge von etwa 40 Metern geöffnet und Fluchtmöglichkeiten in Richtung der Fahrbahn abgesperrt“, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD) das geplante Vorgehen. Auf diese Weise würden die Tiere entlang des Zaunes aus der Gefahrenzone bis hin zur Öffnung dirigiert, wo sie dann auf das offene Feld entweichen sollen.

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