Ohne Geld kein Strom:

Abgeklemmt! Anbieter strafen säumige Kunden ab

Wenn sie ihre Stromrechnung nicht pünktlich bezahlen, müssen Verbraucher mit harten Konsequenzen rechnen.

Drastische Maßnahme: Wer seine Rechnungen beim Stromanbieter nicht zahlen kann, wird schon mal vorübergehend vom Netz genommen, bis die ausstehende Summe beglichen wird.
Arno Burgi Drastische Maßnahme: Wer seine Rechnungen beim Stromanbieter nicht zahlen kann, wird schon mal vorübergehend vom Netz genommen, bis die ausstehende Summe beglichen wird.

Bundesweit schicken die Stromversorger öfter ihre Sperrmonteure los. Laut Bericht der Bundesnetzagentur wurde 2014 in mehr als 350 000 Fällen der Strom gesperrt, ein Anstieg um 7000 Betroffene im Vergleich zum Vorjahr.

Ob sich dieser Trend auch in der Region abzeichnet, vermag der Neubrandenburger Caritas-Schuldnerberater Nicolas Mantseris nur zu ahnen. "Der Beratungsbedarf nimmt stark zu", weiß er. Insbesondere überregionale Stromanbieter gingen teils rigide zur Sache. Von einer Sperrung werde oft nur abgesehen, wenn die Säumigen mindestens die Hälfte der ausstehenden Summe sofort und den Rest in drei bis vier Raten zahlen würden.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg klemmen Versorger in hunderten Fällen säumigen Kunden den Strom ab. Laut der Stadtwerke Prenzlau steigt die Zahl der Sperrungen nach eigener Auskunft um jährlich etwa zehn Prozent. Gleichzeitig habe sich aber die Anzahl der Stromkunden verdreifacht.

Sperrung erst ab einem bestimmten Fehlbetrag

Die Neubrandenburger Stadtwerke gehen davon aus, dass 2015 weniger als die im Durchschnitt üblichen 650 Stromsperrungen pro Jahr anfallen werden. Das Vorjahr bilde mit rund 100 Fällen mehr eine Ausnahme, so eine Sprecherin.

Von höchstens 100 eher kurzen Stromsperren pro Jahr spricht Frank Schmetzke, Chef der Neustrelitzer Stadtwerke. "Wer mit uns ins Gespräch kommt, wird nicht abgeklemmt", betont er. Verbraucherschützer Frank stellt klar: Erst ab einem Fehlbetrag von 100 Euro könne ein Anschluss gesperrt werden. Darin enthalten dürften nicht die Mahnkosten sein.