Landeskriminalamt warnt:

Abzocke im Internet nimmt auch in MV stark zu

Gauner setzen verstärkt auf Waren- und Kreditbetrug im Netz. Viele Nutzer sind sich der Gefahren aber nicht einmal bewusst. Die Zahlen sind alarmierend.

Cybercrime umfasst Internet- und Computerkriminalität. 2013 erfasst das Landeskriminalamt in Mecklenburg-Vorpommern mehr Fälle, als in den vorigen Jahren.             
Hendrik Schmidt/dpa Cybercrime umfasst Internet- und Computerkriminalität. 2013 erfasst das Landeskriminalamt in Mecklenburg-Vorpommern mehr Fälle, als in den vorigen Jahren.  

Ein iphone 5 für 450 Euro bei Ebay-Kleinanzeigen? Klar, dachte sich ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern und überwies das Geld. Das Telefon hat er nie erhalten. Im Internet nach Schnäppchen zu jagen, kann ins Auge gehen. Cybercrime birgt ein hohes Schadenspotential. Dennoch sind viele Verbraucher zu sorglos im Netz unterwegs, heißt es vom Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (LKA). Das betrifft ältere und jüngere Nutzer, so LKA-Sprecherin Synke Kern. Bereits jetzt sei zu erkennen, dass die Zahl erfasster Fälle in diesem Jahr steigt. Diese hätten ungefähr das Niveau erreicht, wie Ende vergangenen Jahres. Im Bereich Computerkriminalität waren das 1668 Straftaten und im Bereich Internetkriminalität 4996. Bundesweit wurden im Jahr 2012 in der Polizeilichen Kriminalstatistik 63 959 Fälle zu Cybercrime erfasst. Das ist ein Anstieg von rund acht Prozent im Vergleich zu 2011.

Den Schwerpunkt der Internetkriminaliät im laufenden Jahr bilden Waren- und Warenkreditbetrug. An Beispielen mangelt es dem 2011 eingerichteten Dezernat Cybercrime des LKA nicht. Ein 27-jähriger Mann aus Parchim wollte einen Mini-Van kaufen, der laut einer Internet-Verkaufsplattform in Mecklenburg-Vorpommern stehen sollte. Im Gespräch mit dem Verkäufer stellte sich heraus, dass er in Griechenland stünde, die Überführung aber kein Problem sei. 8000 Euro überwies der Parchimer auf ein griechisches Konto. Seinen Mini-Van hat er nie gesehen. Ein Frau aus Mecklenburg-Vorpommern wollte über mobile.de ein Auto kaufen und zahlte als Sicherheit über Western Union 1300 Euro ein. Das Geld hob der Verkäufer einfach ab. Auto? Fehlanzeige.  "Seien Sie misstrauisch - Angebote die zu gut sind um wahr zu sein, sind es meistens auch nicht", warnt das LKA. Anonymisierte Zahlungen, zum Beispiel über Western Union, uKash oder MoneyGram sollten dabei vermieden werden.

Schadsoftware fordert Überweisung von 100 Euro

Ebenfalls steigen die Fallzahlen im Bereich Computerkriminalität. In diesem Jahr ist erneut eine neue Schadsoftware (Ransomware) im Umlauf, die Computer infiziert und sperrt. Eine Nutzung des Rechners ist nicht mehr möglich, außer gegen eine Überweisung von 100 Euro. Auch dieses Mal erscheint ein Popup-Fenster, welches einen offiziellen Anschein erwecken soll, zum Beispiel mit Logo des Bundeskriminalamtes. Bei der aktuellen Variante wird der Vorwurf erhoben, kinderpornografische Inhalte auf seinem Computer zu haben und entsprechende Bilder eingeblendet. Davon sollten Sie sich nicht einschüchtern lassen erklärt das LKA. Wer eine solche digitale Erpressung auf seinem Computer feststellt, sollte Anzeige erstatten und den Computer von der Schadsoftware reinigen. Das gilt aber auch für die Bilder, die dadurch angezeigt werden. Wer sie behält, macht sich strafbar.

Doch nicht nur Privatpersonen sind von Internet- und Computerkriminalität betroffen. Eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Nord ergab, dass in Norddeutschland jedes dritte Unternehmen bereits geschädigt wurde. Tipps um sich zu schützen, finden Sie unter polizei-beratung.de.