Hoher Altersschnitt sorgt für viele Ausfälle:

Achtung Antragsstau: Hoher Krankenstand lähmt Ämter

Wer dieser Tage Behördengänge erledigen muss, sollte Zeit einplanen. Die ohnehin dünne Personaldecke der Verwaltungen wird durch einen hohen Krankenstand strapaziert. In etlichen Städten knirscht es.

In den Ämtern werden die Aktenberge immer höher, weil viele Mitarbeiter krank sind.
© Nomad_Soul - Fotolia.com In den Ämtern werden die Aktenberge immer höher, weil viele Mitarbeiter krank sind.

Die öffentliche Verwaltung hängt am Tropf, und das nicht nur im bildlichen Sinne. „In den letzten Jahren hatten wir so viele krankheitsbedingte Ausfalltage, um das zu kompensieren hätten wir zwei Vollzeitkräfte einstellen müssen“, erklärt Heidelore Weidmann vom Amt Anklam-Land. Teilweise sei es nur unter großen Schwierigkeiten gelungen, die Arbeit für die Bürger und Gemeinden zu stemmen. „Das muss dann halt auf die verbleibenden Kräfte verteilt werden, für die steigt der Stress dann umso mehr“, erklärt die Hauptamtsleiterin. „Die Grenze ist jetzt fast erreicht“, so der Hilferuf Weidmanns.

Auch Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, räumt ein: „Phasenweise knirscht es ganz schön.“ Ursache ist seiner Meinung nach der hohe Altersschnitt in den Behörden. In der Kreisverwaltung liege der bei circa 50 Jahren. Hoch sei der Krankenstand in den Bereichen, „die mit besonders hohen Belastungen zu kämpfen haben. Beispielsweise in der Jugend- und Sozialarbeit.“ Aber auch in allen anderen Bereichen sei der Stress groß. „Wir haben ganz konkrete Fälle von Burnout, das ist hier kein Kaffeetrinken und Bingospielen“, so Froitzheim.

Es bleibt auch mal Arbeit liegen

Dem stimmt Arite Hagemann, Personalamtschefin im Friedländer Rathaus zu: „Wir haben einen hohen Krankenstand“, erklärt sie. Das liege daran, „dass wir alle immer älter werden.“ Bei langfristigen Erkrankungen würden zwar teilweise Vertretungen eingestellt, weitaus häufiger jedoch müssten die verbliebenen Kollegen die Arbeit der Erkrankten übernehmen. „Da bleibt dann auch mal was liegen“, erklärt Arite Hagemann. Auf eine Wendung zum Besseren glaubt sie nicht. „Schließlich wird weiter Personal abgebaut. Altersbedingt frei werdende Stellen werden nicht mehr neu besetzt.“

Wenig besser sieht es bei der Kreisverwaltung der Mecklenburgischen Seenplatte aus. Dort lag der durchschnittliche Krankenstand im ersten Halbjahr 2013 bei acht Prozent. „Bei 1455 Mitarbeitern entspricht das 119 Krankmeldungen am Tag“, erklärte Kreissprecherin Haidrun Pergande. Da hilft es wenig, dass der Altersschnitt innerhalb der Großkreis-Verwaltung vergleichsweise jung ist. Zur Einordnung: Dieser liegt bei 47,8 Jahren. 

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Kommentare (1)

Woran das wohl liegen mag? Fragen Sie doch mal Baumann & Clausen! Außerhalb der Verwaltungen (öffentlicher Dienst) traut man sich nicht krank zu werden. Ein Schalk der jetzt Schlechtes denkt. Nun sind ja Herbstferien und bald wird alles wieder gut :-)